Arzneimittelbild: Thuja

Thuja occidentalis ist auf gut deutsch der Lebensbaum. Der Lebensbaum stammt aus Nordamerika. Er gedeiht besonders an Standorten mit feuchter Luft. In Europa wird er vielfach angepflanzt. Verwendet werden die frischen, vor Beginn der Blüte gesammelten Zweige mit den Blättern. Und man setzt ihn therapeutisch als Homöopathikum ein - nicht nur bei Warzen...

Nimmt man Thuja als Ursubstanz zu sich, kommt es zu Vergiftungssymptomen mit starken Reizungen im M-D-Trakt, zu Nierenschäden mit vermehrter Eiweissausscheidung, Atemstörungen. Thuja galt ehemals als ein Abtreibungsmittel - möglicherweise ergibt sich hieraus die in der Homöopathie bekannte Verbindung von Thuj mit Schuldgefühlen.

Ich will das Mittel von der homöopathischen Seite her einmal kann kurz und in Stichworten vorstellen:

Listen wir hier erst einmal die Leitsymptome von Thuja auf:
  • Schwindel beim Schliessen der Augen
  • Schweiss nur an unbedeckten Körperteilen, oder überall ausser am Kopf
  • Schweiss färbt Wäsche gelb
  • Warzen, gross, blumenkohlartig
  • Empfindung, als wäre der Körper aus Glas und könnte leicht zerbrechen
  • Gefühl, als ob sich etwas Lebendiges im Bauch bewegt
  • Schmerzen, die mit öfterem Harnlassen begleitet sein können
  • Unmöglich, am Morgen etwas zu essen
  • Abneigung gegen Zwiebeln
  • Nägel deformiert, gerieft, verkrüppelt

Kommen wir dann zu den Modalitäten:
  • Verschlimmerung:
    • Nachts
    • Durch Bettwärme
    • Kalte, feuchte Luft
    • Um 3 Uhr und 15 Uhr
  • Besserung:
    • Linke Seite
    • Hochziehen der Beine

Konstitutionelle Merkmale sind:

Oft sind es träge, schwammige Konstitution; sie haben vielleicht eine fleckige, leicht gelbliche, ölige Gesichtshaut mit Muttermalen und Sommersprossen. Die Pat. haben zahlreiche entzündliche oder proliferierende Hautprozesse; Entleerungsstörungen der Blase und entzündliche oder proliferierende Ver-änderungen der Geschlechtsorgane.

Es sind sehr verschlossene Menschen, die nur ungern etwas von sich preis geben und sich lieber hinter einer Maske verbergen; sie sind einerseits von sich selbst überzeugt, andererseits plagen sie tiefe Schuldgefühle; ihre Wahrnehmungsfähigkeit kann bis zu medialen Begabung oder auch zur Entwicklung einer Paranoia gehen; oft entwickeln sie fixe Ideen, z.B. es befände sich etwas Lebendiges in ihrem Körper; typisch sind Träume vom Fallen oder von Tod und Sterben.

Zu einem Thuja-Kind wäre Folgendes im Kopf zu behalten: Diese Kinder sind sehr empfindsam, feinfühlend, verletzlich. Sie leiden, wenn andere Kinder geschlagen werden oder wenn ihnen Schläge drohen. Die seelische Verfassung ist ähnlich wie bei Pulsatilla. Sie sind sehr empfänglich für Zuneigung und Freundlichkeit. Sie reagieren überempfindlich gegenüber Musik, sie weinen dann leicht. Thuka-Kinder zeigen viele Warzen an allen möglichen Stellen des Körpers, aber auch Polypen in der Nase. Sie haben ein gelblich-schmutzig wirkendes Gebiss, ggfs. sehen wir Zahnwurzel-Deformationen. Die Kinder schwitzen stark an unbedeckten Körperstellen, der Schweiss färbt die Wäsche/Bettzeug gelb (DD: Merc).

Wichtige Indikationen für Thuja sind:
  • rheumatische Schmerzen, v.a. wandernde Schmerzen mit Krachen in den Gelenken und mit Lähmungsgefühl
  • Magen- und Verdauungsbeschwerden mit Meteorismus und Flatulenz. es kommt zu heftigen Durchfälle mit Schleim- und Blähungsabgang, die Stuhlkonstistenz ist wechselnd. Ggfs. sind diese Probleme eine Folge von fettem Essen. Es kommt zu Juckreiz am After, zu Wundheit und Schmerzen
  • Ulcerationen der Mundschleimhaut, Stomatitis mit geschwollenem Zahnfleisch und mit Bläschenbildung. Der Speichelfluss ist vermehrt, es zeigt sich zäher, schwer löslicher Schleim auf der Zunge.
  • Entzündliche Prozesse des männlichen Geschlechtssystems, diese bewirken häufigen Harndrang mit Strangurie, der Pat. hat das Gefühl, als würde nur ein Tropfen kommen. Man findet Warzen am Penis
  • Entzündliche Prozesse des weiblichen Geschlechtssystems mit gelb-grünem Fluor. Es kommt zu Unterleibsschmerzen, zu Wundheitsgefühl und zu Juckreiz
  • Katarrhalische Entzündungen: Schnupfen meist als Stockschnupfen, draussen aber eher Fliessschnupfen. es zeigt sich dicker, grüner Schleim mit Blutbeimengungen, der Pat. berichtet über Geruchssensationen. Es kann zu Nasenbluten kommen. Meist sind es eher chronische Prozesse. Es kommt zu Halsbeschwerden mit einem rauen Hals. Es entsteht Husten bzw. bronchitische Beschwerden mit Stichen im Brustkorb beim Husten, der Husten tritt v.a. tagsüber auf, Kälte verschlimmert die Beschwerden. Beim Husten kommt es zu unwillkürlichem Urinabgang. U.U. kommt es zu Atemnot und zu drückendem Thoraxschmerz. V.a. nachts, insbesondere nach Mitternacht, kann es zu Asthmaanfällen kommen, auffallend ist das rote Gesicht im Anfall
  • Kopfschmerzen n und neuralgische Beschwerden im Kopfbereich (Migräne, Gesichtsneuralgie etc.), v.a. als Scheitel- und Stirnkopfschmerz mit einem Gefühl, als würde ein Nagel in die Stirn getrieben; dabei kann sich ein heftiger Schwindel einstellen. Die Gesichtsneuralgien strahlen von der li Wange aus, die betroffenen Areale brennen wie Feuer; auf den Schmerz folgt ein Taubheitsgefühl.
  • Augenprozesse, z.B. Iritis oder Hornhautulcera, verbunden mit Tränenfluss und Lichtscheu. Die Pat. haben Schmerzen, als würde ein Nagel ins Auge getrieben. Das Sehen ist unscharf, es kommt zu Sehstörungen; Wärmeanwendungen bessern die Beschwerden, feuchte Kälte verschlimmert
  • Otitiden, meist chronisch: Dabei Ohrgeräusche mit Krachen beim Schlucken, es treten Schmerzen auf und das Ohr sezerniert
  • Hauptprobleme unterschiedlicher Art (Wucherungen und Ulcerationen der Haut, Ekzeme, Herpes, Akne, Kondylomata, Muttermale). Die Haut ist fettig-glänzend. Es zeigen sich brennende Flecken, Bläschen, Pusteln, nässende und eiternde Flechten. An unbedeckten Stellen kommt es zu übel riechende Schweissblidungen. Wir sehen Haarausfall und Nagelwachstumsstörungen.
  • Depressionen mit Schwächegefühl, die Patienten können nicht denken, sie haben ggfs. Wahrnehmungsstörungen und glauben, ihr Körper falle auseinander.

Oft entstehenen Thuja-Pathologien nach:
  • nach Pockenimpfung (DD: Sil.)
  • Gonorrhoe in der Vorgeschichte des Patienten oder dessen Eltern
  • Unterdrückung von Warzen