Homöopathie in Indien und anderswo
veröffentlicht am: Montag, den 03. Dezember
Ein Artikel im ehrwürdigen Lancet verweist
darauf, wie Homöopathie wachsendem Druck in
Großbritannien gegenüber steht, während sie in Indien
eine bemerkenswerte Sympathie Indien geniesst. Wenn
man sich die aktuellen Diskussionen in den deutschen
Medien anschaut, ist die Situation vergleichbar.
Das erste Teil des Artikels, geschrieben von Udani Samarasekera, des Lancet-Herausgebers, spricht von einer Anti-Homöopathie Bewegung, die in den letzten Jahren in Großbritannien um sich greift. über den letzten Paaren von Jahren erfaßt zu haben. Aktuell sind die Anti-Homöopathie-Protagonisten durch einen Homöopathen-Kongress aus der Reserve gelockt, welcher sich mit dem Thema HIV/AIDS und Homöopathie befasst.
Prof. Michael Baum von der Uni London, ein weithin bekannter Homöopathie-Kritiker beklagt, dass die Homöopathie zunehmend das Vertrauen der Öffentlichkeit geniesse, dass dies aber eine Katastrophe sei, wenn es um die Therapie von AIDS/HIV ginge - auch dann wenn die Homöopathie als eine Methode angesehen wird, deren Anwendung eigentlich ungefährlich sei
Baum und sein Kollege David Colquhoun wandten sich schriftlich an eine übergeordnete Behörde, den Primary Care Trust und beklagten, dass die Homöopathie zunehmend einen Grundpfeiler der medizinischen Versorgung darstellen würde. Die homöopathiekritische Kampagne scheint Früchte zu tragen: Im Homeopathic Hospital von Tunbridge, eines von fünf Krankenhäusern der öffentlichen Grundversorgung haben erst einmal die Gelder für die Homöopathie eingefroren. Ähnliches vollzog sich am altehrwürdigen London Homeopathic Hospital.
Im Gegensatz dazu geniesst die Homöopathie in der Öffentlichkeit wachsendes Ansehen: Man spricht, bezogen auf Grossbritannien von einem Markt, auf dem ca. £ 38 Million (rund € 70 Millionen) umgesetzt werden und erwartet bis 2012 einen Anstieg bis £ 46 Millionen (rund € 80 Millionen).
Laut Baum hat das postive Verhalten der Öffentlichkeit seine Ursache darin, dass Homöopathie irrtümlich als Kräutermedizin angesehen wird, und Pflanzenheilmittel genissen -obwohl sie oft ungeprüft seien. grosses Vertrauen. Eine Metaanalyse im Lancet von 2005 und vier andere große Metaanalysen hätten gezeigt, dass die klinischen Effekte der Homöopathie Placeboeffekte seien. Während einige Kommentatoren glauben, es gäbe eine Zukunft in Placebotherapie, wenn sich die Patienten damit nur besser fühlen würden, hält Baum diese Haltung für unethisch.
Überraschenden Schutz bekam die Homöopathie von der MHRA (UK Medicines and Regulatory Agency), die anordnete, dass sich die Sicherheit homöopathischer Mittel lediglich aus den Erfahrungen in der Vergangenheit belegen müsste - ein Vorgehen, dass bei anderen Medikamenten ganz anders und strenger gehandhabt würde.
Bauforderte, dass die NICE (National Institute of Health and Clinical Excellence) Richtlinien für die Abgabe und die Herstellung homöopathischer und anderer komplementärmedizinischer Mittel erstellen müsse, die denen schulmedizinischer Mittel vergleichbar sein müssten. Wie NICE dem Lancet bereits mitteilte, sei dies bereits in Überlegung.
Ganz anders in Indien - hier spielt die Homöopathie eine tragende Rolle: Raekha Prasad, ein Journalist, schreibt über die boomende Homöopathie in Indien in einem zweiten Teil der oben angesprochenen Lancet-Ausgabe. In Indien hängen 100 Million Leute ausschließlich von der Homöopathie für ihre Gesundheitspflege ab. Prasad bezieht sich auf einen Fall eines Mannes, der seinen Traktor im Wert 150.000 Rupien (£ 1.800, € 3000) verkaufte, um sich eine homöopathische Therapie zu kaufen, die ihn von HIV heilte - leider war die Therapie erfolglos und sein Zustand verschlechterte sich...
Glaubt man Singh, dem indischen Gesundheitsminister, habe die Homöopathie keine Nebenwirkungen und er fügt hinzu, dass die Homöopathie breiten Bevölkerungsschichten helfen könne. Der therapeutische Effekt sei längst bewiesen - auch dann, wenn vermeintlich wissenschaftliche Beweise fehlen würden.
Einen Artikel in der Welt, der sich mit genau dieser Diskussion in Grossbritannien befasst, kann man hier lesen...
...und Claus Fritzsche versucht genau diesen Artikel im H.Blog kritisch unter die Lupe zu nehmen. Hier lang...
Das erste Teil des Artikels, geschrieben von Udani Samarasekera, des Lancet-Herausgebers, spricht von einer Anti-Homöopathie Bewegung, die in den letzten Jahren in Großbritannien um sich greift. über den letzten Paaren von Jahren erfaßt zu haben. Aktuell sind die Anti-Homöopathie-Protagonisten durch einen Homöopathen-Kongress aus der Reserve gelockt, welcher sich mit dem Thema HIV/AIDS und Homöopathie befasst.
Prof. Michael Baum von der Uni London, ein weithin bekannter Homöopathie-Kritiker beklagt, dass die Homöopathie zunehmend das Vertrauen der Öffentlichkeit geniesse, dass dies aber eine Katastrophe sei, wenn es um die Therapie von AIDS/HIV ginge - auch dann wenn die Homöopathie als eine Methode angesehen wird, deren Anwendung eigentlich ungefährlich sei
Baum und sein Kollege David Colquhoun wandten sich schriftlich an eine übergeordnete Behörde, den Primary Care Trust und beklagten, dass die Homöopathie zunehmend einen Grundpfeiler der medizinischen Versorgung darstellen würde. Die homöopathiekritische Kampagne scheint Früchte zu tragen: Im Homeopathic Hospital von Tunbridge, eines von fünf Krankenhäusern der öffentlichen Grundversorgung haben erst einmal die Gelder für die Homöopathie eingefroren. Ähnliches vollzog sich am altehrwürdigen London Homeopathic Hospital.
Im Gegensatz dazu geniesst die Homöopathie in der Öffentlichkeit wachsendes Ansehen: Man spricht, bezogen auf Grossbritannien von einem Markt, auf dem ca. £ 38 Million (rund € 70 Millionen) umgesetzt werden und erwartet bis 2012 einen Anstieg bis £ 46 Millionen (rund € 80 Millionen).
Laut Baum hat das postive Verhalten der Öffentlichkeit seine Ursache darin, dass Homöopathie irrtümlich als Kräutermedizin angesehen wird, und Pflanzenheilmittel genissen -obwohl sie oft ungeprüft seien. grosses Vertrauen. Eine Metaanalyse im Lancet von 2005 und vier andere große Metaanalysen hätten gezeigt, dass die klinischen Effekte der Homöopathie Placeboeffekte seien. Während einige Kommentatoren glauben, es gäbe eine Zukunft in Placebotherapie, wenn sich die Patienten damit nur besser fühlen würden, hält Baum diese Haltung für unethisch.
Überraschenden Schutz bekam die Homöopathie von der MHRA (UK Medicines and Regulatory Agency), die anordnete, dass sich die Sicherheit homöopathischer Mittel lediglich aus den Erfahrungen in der Vergangenheit belegen müsste - ein Vorgehen, dass bei anderen Medikamenten ganz anders und strenger gehandhabt würde.
Bauforderte, dass die NICE (National Institute of Health and Clinical Excellence) Richtlinien für die Abgabe und die Herstellung homöopathischer und anderer komplementärmedizinischer Mittel erstellen müsse, die denen schulmedizinischer Mittel vergleichbar sein müssten. Wie NICE dem Lancet bereits mitteilte, sei dies bereits in Überlegung.
Ganz anders in Indien - hier spielt die Homöopathie eine tragende Rolle: Raekha Prasad, ein Journalist, schreibt über die boomende Homöopathie in Indien in einem zweiten Teil der oben angesprochenen Lancet-Ausgabe. In Indien hängen 100 Million Leute ausschließlich von der Homöopathie für ihre Gesundheitspflege ab. Prasad bezieht sich auf einen Fall eines Mannes, der seinen Traktor im Wert 150.000 Rupien (£ 1.800, € 3000) verkaufte, um sich eine homöopathische Therapie zu kaufen, die ihn von HIV heilte - leider war die Therapie erfolglos und sein Zustand verschlechterte sich...
Glaubt man Singh, dem indischen Gesundheitsminister, habe die Homöopathie keine Nebenwirkungen und er fügt hinzu, dass die Homöopathie breiten Bevölkerungsschichten helfen könne. Der therapeutische Effekt sei längst bewiesen - auch dann, wenn vermeintlich wissenschaftliche Beweise fehlen würden.
Einen Artikel in der Welt, der sich mit genau dieser Diskussion in Grossbritannien befasst, kann man hier lesen...
...und Claus Fritzsche versucht genau diesen Artikel im H.Blog kritisch unter die Lupe zu nehmen. Hier lang...