das erste Mal

Das erste Mal beim Homöopathen ist anders - ganz anders...:

Wenn man zum Homöopathen geht, kann man bei chronischen Beschwerden für eine Erstberatung gut zwei Stunden einkalkulieren - wenn der Homöopath die Mittel auspendelt, mag's schneller gehen, aber das will ich hier nicht weiter kommentieren. Bei akuten Beschwerden geht es in aller Regel tatsächlich schneller - aber das ist vom Einzelfall abhängig - und manches vordergründig akute Problem stellt sich schnell als Zeichen einer chronischen Krankheit heraus.


Der Ablauf einer Erstberatung

Im Praxiszimmer sitzedn erzählt der Patient seine Probleme in einer Art und Weise, wie er das vom Arzt in Aller Regel bisher nicht gekannt hat. Allenfalls erinnert das Ganze an einen Besuch beim Psychotherapeuten - wobei die Blick- und Handlungsrichtungen von Psychotherapeut und Homöopathen sich doch durchaus unterscheiden. Der Patient wird nach allen möglichen Details seiner Befindlichkeit, nach ganz individuellen Ausformungen seiner Krankheit gefragt - und vor Allem: Der Patent soll möglichst selbst berichten. Irgendwelche Untersuchungen mag es auch geben - aber diese erscheinen irgendwie wie eine Nebensache. Für Patienten, die mit diesem Vorgehen nicht vertraut sind, mag die Art und Weise eines solchen Termins befremdlich wirken - werden doch in einer "normalen" Arztpraxis die Schwerpunkte ganz anders gesetzt. Geht es hier um Diagnosen und Untersuchungsbefunde, basiert der Termin beim Homöopathen auf einer grossen Vielfalt von Faktoren und der Patient bekommt grossen Raum, sein ganz individuelles Krankheitserleben zu schildern. Genau deshalb dauern solche Termine auch so lange.

Der Homöopath wartet geradezu auf die vielen Neben- und Zusatzinformationen in der Schilderung des Patienten, denn ihm ist es wichtig, eine ganz individuelles Bild von dieser Krankheit zu bekommen. Und dieser Krankheit weist er dann -wie auch ein "normaler" Arzt- eine Diagnose zu. Nur: Diese Diagnose wird völlig von dem abweichen, was man aus der Schulmedizin kennt - hier wird er nicht hören "absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern", sondern vielleicht wird der Homöopath sagen "ein Natrium muriaticum-Problem".

Die Begegnung mit dem Patienten, oft auch als "Patienteninterview" bezeichnet, ist ein durchdachter Prozess und er will die Krankheit in einer ganzheitlichen Sicht erfassen. Und so bringt der Homöopath vermeintlich unvereinbare Krankheitserscheinungen und Phänomene in Zusammenhang - er bildet quasi eine Art Porträt dieser Erkrankung.

Und eben genau das braucht Zeit...