Grundlagen der Fallanalyse
veröffentlicht am: Dienstag, den 17. Februar
Wenn ein Patient auf einen Homöopathen trifft
(oder umgekehrt) geht es im ganzen Prozess der
Fallaufnahme erst einmal darum, sich ein Bild davon
zu machen, was da überhaupt für ein Patient vor einem
steht und mit was für einem Problem er kommt. Es geht
aber weniger um den Patiententypus, wie oft
angenommen wird, sondern es geht um die
Charakteristik des Krankheitsprozesses, um den Kern,
der hinter dem Problem steckt.
Man sammelt einen ganzen Blumenstrauss von Symptomen und formt daraus eine Art Arbeitsdiagnose (im Übrigen ist jede Diagnose, die man in der Homöopathie stellt, immer „nur“ eine Arbeitsdiagnose - dies ist Ausdruck und Folge davon, dass wir es nicht mit etwas Statischem, sondern mit einer Dynamik zu tun haben. Oder anders und plakativer: Was ich heute als Diagnose erkannt habe, kann morgen schon ganz anders gesehen werden).
Zurück zur Gesamtheit der Symptome:
Aus dieser versuchen wir den Krankheitskern zu destillieren, dabei müssen wir die wichtigen Symptome von den weniger wichtigen ab grenzen, wir müssen eine Art Hierarchie der Wichtigkeiten erstellen - dieser Arbeitsschritt wird auch tatsächlich als „Symptomenhierarchisierung“ bezeichnet. Grundsatz ist dabei, dass jene Symptome, die die Person der Patienten (besser: Die Krankheit des Patienten) zum Ausdruck bringen eine grössere Bedeutung haben wie Symptome, die eher allgemeinen Charakter haben. Symptome, die bei gleicher medizinischer Diagnose jeder haben kann, sind also nicht so wichtig wie solche, die man gerade bei diesem einen Patienten findet. Oder noch anders: je merkwürdiger und einzigartiger die Symptome erscheinen, desto mehr freut sich der Homöopath...
...ganz besonders wichtig sind also „merkwürdige“, „seltene“ oder „eigenartige“ Symptome, denn bei diesen kann man davon ausgehen, dass hier ein Prozess besonderer individueller Prägung vorliegt, der ihn von gleichartigen Erkrankungen anderer Menschen deutlich unterscheidet. Und genau das wollen wir in der Homöopathie und genau das brauchen wir bei der Fallanalyse:
Und nicht nur das: Die paar als „wichtig“ erachteten Symptome werden auch noch nach ihrer Relevanz für das aktuelle Problem geordnet und erhalten eine jeweils unterschiedliche Bedeutung beigemessen - dies nennt man dann „Hierachisierung“ eines Falles. Im rahmen dieses Hierarchisierungsvorganges werden dann auch noch die erst einmal unter den Tisch gefallenen Symptome aufgehoben, aber sie werden in den Keller der Homöopathiepraxis gelegt, denn man kann bzw. wird sie im Rahmen der weiteren Therapieentwicklung oft noch brauchen, denn „Fälle“ (also Krankheiten) verändern sich und oft treten solche irgendwann mal als „unwichtig“ erachteten Symptome dann mit grösserer Deutlichkeit auf.
Warum ging’s mir hier?
Man sammelt einen ganzen Blumenstrauss von Symptomen und formt daraus eine Art Arbeitsdiagnose (im Übrigen ist jede Diagnose, die man in der Homöopathie stellt, immer „nur“ eine Arbeitsdiagnose - dies ist Ausdruck und Folge davon, dass wir es nicht mit etwas Statischem, sondern mit einer Dynamik zu tun haben. Oder anders und plakativer: Was ich heute als Diagnose erkannt habe, kann morgen schon ganz anders gesehen werden).
Zurück zur Gesamtheit der Symptome:
Aus dieser versuchen wir den Krankheitskern zu destillieren, dabei müssen wir die wichtigen Symptome von den weniger wichtigen ab grenzen, wir müssen eine Art Hierarchie der Wichtigkeiten erstellen - dieser Arbeitsschritt wird auch tatsächlich als „Symptomenhierarchisierung“ bezeichnet. Grundsatz ist dabei, dass jene Symptome, die die Person der Patienten (besser: Die Krankheit des Patienten) zum Ausdruck bringen eine grössere Bedeutung haben wie Symptome, die eher allgemeinen Charakter haben. Symptome, die bei gleicher medizinischer Diagnose jeder haben kann, sind also nicht so wichtig wie solche, die man gerade bei diesem einen Patienten findet. Oder noch anders: je merkwürdiger und einzigartiger die Symptome erscheinen, desto mehr freut sich der Homöopath...
...ganz besonders wichtig sind also „merkwürdige“, „seltene“ oder „eigenartige“ Symptome, denn bei diesen kann man davon ausgehen, dass hier ein Prozess besonderer individueller Prägung vorliegt, der ihn von gleichartigen Erkrankungen anderer Menschen deutlich unterscheidet. Und genau das wollen wir in der Homöopathie und genau das brauchen wir bei der Fallanalyse:
- merkwürdige und eigenartige Symptome (Hahnemann sprach von „sonderlichen Symptomen“ ) sind jene, denen ein „logisches“ Erklärungsmuster fehlt - wir werden sie also in einem schulmedizinischen Lehrbuch eher selten finden. Solche Patienten berichten also z.B. von „Kopfschmerzen, die dann besser werden, wenn sie mit einem harten Gegenstand auf die Stirn schlagen“. Es sind also sind solche Symptome, die man nur in diesem besonderen Fall findet - meinetwegen sagt ein Patient „ich habe Juckreiz in der Handinnenfläche, der besser wird, wenn ich ein Glas Wasser trinke (ein Psychiater würde nun Juhu rufen und ein Neuroleptikum verordnen - der Homöopath freut sich über den individuellen Ausdruck eines Krankheitsprozesses)
- Seltene Symptome sind solche, die man bei gleichartigen Krankheiten eben nur selten findet. Treten sie genau bei diesem Patienten, der nun vor einem sitzt auf, zeigt das die individuelle Relevanz für diesen Patienten - gäbe es diese individuelle Relevanz nicht, würde man diese Symptome auch nicht bei diesem Patienten finden.
- da haben wir einmal die „pathognomischen Symptome“, dies sind solche, die zu Krankheitsbild gehören und die man so in jedem Lehrbuch der schulmedizinischen Befunderhebung lesen würde. Das sind körperliche Symptome, Missempfindungen wie Schmerzen, aber auch psychische Veränderungen, die sich erkrankungsbedingt einstellen.
- der Homöopathie geht es aber vordringlich um „charakteristische Symptome“, also um Symptome, die diesen einen Patienten, der eben diese Symptome aufweist von anderen Patienten unterscheidet. Beispiele sind bestimmte Reaktionsmuster, vielleicht Veränderungen des Appetits oder Temperaturreaktionen. das können aber auch Fakten aus der Familienanamnese sein oder bestimmte emotionale Traumata in der Krankheitsgeschichte.
Und nicht nur das: Die paar als „wichtig“ erachteten Symptome werden auch noch nach ihrer Relevanz für das aktuelle Problem geordnet und erhalten eine jeweils unterschiedliche Bedeutung beigemessen - dies nennt man dann „Hierachisierung“ eines Falles. Im rahmen dieses Hierarchisierungsvorganges werden dann auch noch die erst einmal unter den Tisch gefallenen Symptome aufgehoben, aber sie werden in den Keller der Homöopathiepraxis gelegt, denn man kann bzw. wird sie im Rahmen der weiteren Therapieentwicklung oft noch brauchen, denn „Fälle“ (also Krankheiten) verändern sich und oft treten solche irgendwann mal als „unwichtig“ erachteten Symptome dann mit grösserer Deutlichkeit auf.
Warum ging’s mir hier?
- Einfach: Darum, dass kein Fall ist wie der andere...
- Umfassender: Jeder Patient bringt eine bestimmte Individualität mit sich, aber es gilt nicht den Patienten zu behandeln, sondern auch in der Homöopathie behandeln wir trotz aller unterstellten Ganzheitlichkeit immer noch Krankheiten. Allerdings sehen wir diese Krankheiten vor dem Hintergrund des ganzen Patienten. Und ein Patient unterscheidet sich von einem anderen Patienten durch seine Individualität, die letztlich auch in einem Krankheitsprozess zum Ausdruck kommt