Homöopathie in der Krebstherapie

Es gibt keine ernsthaften Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Anwendung von homöopathischen Medizin bei Patienten, die sich einer orthodoxen, d.h. schulmedizinischen Krebsbehandlung unterziehen müssen - so zu lesen im Health Behavior News-Service.

"Außerdem gab es keine Anzeichen für Wechselwirkungen zwischen Homöopathie und konventioneller Krebstherapie", sagte dazu einer der Studienleiter D. Kassab vom Royal London Homeopathic Hospital.

Eine Metastudie überprüfte, ob homöopathische Arzneimittel, die parallel zu traditionellen Krebstherapien gegeben werden, nützlich für Krebspatienten sein können, die sich in einer Chemotherapie, einer Bestrahlung oder anderweitigen Krebstherapie unterziehen müssen.

Auch wenn Krebsbehandlung per Homöopathie höchst umstritten ist, so kann doch versucht werden, die Nebenwirkungen schulmedizinischer Therapien, so zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie oder beispielsweise Hautreaktionen bei Bestrahlung, oder wechseljahrstypische Beschwerden bei der Brustkrebsbehandlung zu mindern

Die Studie wurde in der letzten Ausgabe der „Cochrane Library“, einer Veröffentlichung der Cochrane Collaboration veröffentlicht.

Die Arbeit analysierte acht Studien mit insgesamt 664 Krebspatienten. Enthalten waren drei Studien über den Einsatz von Homöopathie bei Patienten mit Strahlentherapie; bei drei weitere Studien ging es um den Effekt bei Chemotherapie, und weiterhin zwei Studien, die sich damit befassten, wie der Effekt von homöopathischer Begleittherapie bei medikamentöser Brustkrebstherapie aussieht. Gefehlt haben leider Studien, die sich damit befassen, ob eine homöopathische Begleittherapie einen Effekt auf die psychische Verfassung der betroffenen Patienten hat. Die Studien bezogen alle homöopathischen Mittelklassen, also sowohl pflanzliche, tierische Mittel oder auch Nosoden mit ein.

Das Ergebnis war aber enttäuschend, denn die Zahlen waren nicht wirklich signifikant, was die Wirksamkeit der Homöopathie angeht - die Ergebnisse einfach zu gering bzw. die untersuchten Fälle zu wenige.

Allerdings meinte eine der Studienleiterinnen, Lucille Marchand, klinische Direktorin für Integrative Onkologie an der Universität von Wisconsin: "Homöopathische Mittel sind sehr verdünnt und in der Regel sehr sicher. Wenn der Patient fest an die Vorteile der homöopathischen Arzneimittel glaubt, mag es ein hohes Unterstützungspotential für den Patienten geben.“

Im Einzelnen gab es jedoch auch positive Ergebnisse, bei denen die Wirkung der Homöopathika über eine reine Placebowirkung hinaus gingen:
  • eine Studie mit 32 Teilnehmern zeigte positive Effekte eines als Mundwasser verabreichten Komplexmittels, wenn es darum ging, die Beschwerden der chemotherapiebedingten Stomatitis zu lindern
  • eine weitere Studie mit 254 Teilnehmern belegte den Nutzen von homöopathischer Calendula-Salbe zur Vorbeugung und Behandlung von Strahlendermatidien.
Marchand meinte, auch wenn eine Wirksamkeit der Homöopathie als therapeutisches Begleitmittel nicht wirklich belegt werde, so sei die Anwendung der Homöopathie trotzdem positiv zu sehen, da durch eine homöopathische Begleittherapie die Patientencompliance gegenüber der etablierten Schulmedizin gebessert werden könne.

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