Jugend forscht...

Es gibt noch Jugendliche, die mehr im Hirn haben als Spielekonsolen und Abhängen (und eigentlich bin ich ziemlich sicher, dass es interessierrte und uninteressierte Jugendliche schon immer gab - aber das ist ein anderes Thema...).

Und einer dieser intellektuell etwas begabteren Jugendlichen hat sich mit der Wirkung von Homöopathie befasst:

in einem acht Monate dauernden Versuch an Paprikapflanzen liess sich der Ertrag um zwei Drittel steigern, wenn man diese mit einer Mischung aus Homöopathie und Mikroorganismen behandelte - steht zumindest in der Zeitung...

Leider ist Papier geduldig, auch und insbesondere dann, wenn es sich um virtuelles Papier handelt. Denn was sagt denn eine solche Meldung schon aus?

Wir wissen weder wie gross die Probandengruppe (also wieviele Pfalnzen er testete) ist, noch wissen wir, um welche homöopathischen Mittel es sich handelte. Vielleicht sind es irgendwelche Komplexmittelchen oder vielleicht sogar irgendein Kräutermittel, weil wieder einmal Homöopathie mit Naturheilkunde verwechselt wurde. Von Potenzen wissen wir gar nichts, war das nun die Urtinktur oder war es eine C 1000? Und wie wurde denn der Fall erhoben...?

Bei aller Bemühung des 14-Jährigen: So etwas hat nichts mit Homöopathie zu tun. Homöopathie richtet sich Prinzipien aus, die mit Ähnlichkeit zwischen Krankheit und Arzneimittel zu tun haben - und wenn es diese Ähnlichkeit nicht gibt, ist das halt auch keine Homöopathie.

Merke: Ein homöopathisches Mittel wird nicht deshalb zum homöopathischen Mittel, weil man auf’s Fläschen „Homöopathie“ schreibt.

Netter Versuch. Aber leider daneben. Um in der Sprache eines 14-Jährigen zu bleiben „Thema verfehlt“. Leider scheinen es noch nicht mal die beurteilenden Juroren gemerkt zu haben...