Organon online - im Original...?
veröffentlicht am: Mittwoch, den 03. Juni
Samuel Hahnemanns bedeutendste Veröffentlichung war
das Organon der Heilkunst, mit dem er den Grundstein
für die Homöopathie legte. Noch zu seinen Lebzeiten,
in 1833 wurde die 5. Auflage veröffentlicht - es war
allerdings auch die letzte, die er selbst noch
erleben durfte.
Die heute allgemein erhältliche ist die 6. Auflage, die Arbeit an dieser Auflage beendete Hahnemann jedoch erst 1842, ein Jahr vor seinem Tod. Veröffentlicht wurde diese Auflage jedoch erst viel später, nämlich 1921 - Grund waren diverse Querelen um den Nachlass Hahnemanns, den man seiner Witwe Melanie Hahnemann zuschreibt (inwieweit das berechtigt ist, mag dahin gestellt sein). Melanie besass eine handgeschriebene Kopie mit diversen Anmerkungen und Notizen.
1920 hatten zwei amerikanische Homöopathen aus San Francisco, James Ward und William Boericke jenes zurück gehaltene Manuskript erworben. Ein Jahr später gelang Richard Haehl, einem Homöopathen aus Deutschland die Veröffentlichung dieses Manuskriptes.
Die Veröffentlichung des Manuskriptes ist nicht unproblematisch: Hahnemann war ein „Chaot“, was die mehrfache Überarbeitung seines 1810 erstmalig erschienen Organons anging. das Organon durfte der Überarbeitung, aber Hahnemann bastelte in den nachfolgenden Auflagen eine Art Flickenteppich von Anfügungungen, Notizen und Übernahmen aus voran gegangenen Ausgaben. Folge war, dass in den Folgeausgaben teilweise aktuelle Überarbeitungen mit gänzlich alten Textbruchstücken vermischt war.
Es ist davon auszugehen, das Hahnemann dieses Problem bewusst war und er mit seiner 6. und zu seinen Lebzeiten nicht mehr veröffentlichten Auflage ein deutlich verschlanktes Werk heraus bringen wollte. Leider kam es erst einmal nicht mehr dazu (vielleicht war dies auch Melanie Hahnemanns Intention als sie die Veröffentlichung der 6. Auflage erst einmal verhinderte). Haehl hingegen hat nicht die verschlankte Version in der 6. Auflage heraus gebracht, sondern die um Anfügungen, Notizen und Ergänzungen erweiterte 5. Auflage. Leider wird dies in der Wahrnehmung der 6. Auflage oft übersehen.
Sowohl die Kopie der veröffentlichten 6. Auflage wie auch die von Haehl erstellte handschriftliche Kopie des Hahnemann’schen Manuskriptes lassen sich im digitalisierten Original nachlesen:
6. veröffentlichte Auflage mit Anmerkungen und Notizen
handschriftliches Kopie des Manuskriptes
Erst 1992 kam eine von Josef M. Schmidt heraus gegebene textkritische Ausgabe heraus, die sich einmal darum bemühte, sprachliche Probleme, sowohl der Hahnemann’schen Sprache wie auch der Transkribierung zu beheben und dann aber auch die Veränderungen von der 5. zur 6. Auflage fest zu halten. Das Problem dieser textkritischen Ausgabe liegt in der zwangsläufigen inhaltlichen Verkürzung durch die Übertragung - dies ist insbesondere problematisch, weil das Hahnemann’sche Original als weitgehend alleinige Grundlage einer ganzen Therapiemethode herhalten muss und somit kommt es auf jedes einzelne Wort und jede Satzkonstruktion an. Manche der Übertragungen, die Schmidt vorgenommen hat, sind nicht nur fragwürdig, sondern können durchaus als falsche gelten.
Wer also auf Nummer Sicher gehen will, kommt einmal am Original von 1922 nicht vorbei - aber immer sollte er sich auch bewusst sein, das das Original von 1922 nicht das ist, was Hahnemann veröffentlichen wollte.
Die heute allgemein erhältliche ist die 6. Auflage, die Arbeit an dieser Auflage beendete Hahnemann jedoch erst 1842, ein Jahr vor seinem Tod. Veröffentlicht wurde diese Auflage jedoch erst viel später, nämlich 1921 - Grund waren diverse Querelen um den Nachlass Hahnemanns, den man seiner Witwe Melanie Hahnemann zuschreibt (inwieweit das berechtigt ist, mag dahin gestellt sein). Melanie besass eine handgeschriebene Kopie mit diversen Anmerkungen und Notizen.
1920 hatten zwei amerikanische Homöopathen aus San Francisco, James Ward und William Boericke jenes zurück gehaltene Manuskript erworben. Ein Jahr später gelang Richard Haehl, einem Homöopathen aus Deutschland die Veröffentlichung dieses Manuskriptes.
Die Veröffentlichung des Manuskriptes ist nicht unproblematisch: Hahnemann war ein „Chaot“, was die mehrfache Überarbeitung seines 1810 erstmalig erschienen Organons anging. das Organon durfte der Überarbeitung, aber Hahnemann bastelte in den nachfolgenden Auflagen eine Art Flickenteppich von Anfügungungen, Notizen und Übernahmen aus voran gegangenen Ausgaben. Folge war, dass in den Folgeausgaben teilweise aktuelle Überarbeitungen mit gänzlich alten Textbruchstücken vermischt war.
Es ist davon auszugehen, das Hahnemann dieses Problem bewusst war und er mit seiner 6. und zu seinen Lebzeiten nicht mehr veröffentlichten Auflage ein deutlich verschlanktes Werk heraus bringen wollte. Leider kam es erst einmal nicht mehr dazu (vielleicht war dies auch Melanie Hahnemanns Intention als sie die Veröffentlichung der 6. Auflage erst einmal verhinderte). Haehl hingegen hat nicht die verschlankte Version in der 6. Auflage heraus gebracht, sondern die um Anfügungen, Notizen und Ergänzungen erweiterte 5. Auflage. Leider wird dies in der Wahrnehmung der 6. Auflage oft übersehen.
Sowohl die Kopie der veröffentlichten 6. Auflage wie auch die von Haehl erstellte handschriftliche Kopie des Hahnemann’schen Manuskriptes lassen sich im digitalisierten Original nachlesen:
6. veröffentlichte Auflage mit Anmerkungen und Notizen
handschriftliches Kopie des Manuskriptes
Erst 1992 kam eine von Josef M. Schmidt heraus gegebene textkritische Ausgabe heraus, die sich einmal darum bemühte, sprachliche Probleme, sowohl der Hahnemann’schen Sprache wie auch der Transkribierung zu beheben und dann aber auch die Veränderungen von der 5. zur 6. Auflage fest zu halten. Das Problem dieser textkritischen Ausgabe liegt in der zwangsläufigen inhaltlichen Verkürzung durch die Übertragung - dies ist insbesondere problematisch, weil das Hahnemann’sche Original als weitgehend alleinige Grundlage einer ganzen Therapiemethode herhalten muss und somit kommt es auf jedes einzelne Wort und jede Satzkonstruktion an. Manche der Übertragungen, die Schmidt vorgenommen hat, sind nicht nur fragwürdig, sondern können durchaus als falsche gelten.
Wer also auf Nummer Sicher gehen will, kommt einmal am Original von 1922 nicht vorbei - aber immer sollte er sich auch bewusst sein, das das Original von 1922 nicht das ist, was Hahnemann veröffentlichen wollte.