die Entienlehre des Paracelsus oder die Lehre vom Wesen der Krankheiten

Wenn man sich mit Hahnemann beschäftigt, muss man sich auch mit Paracelsus beschäftigen. Wichtige Gedanken Hahnemanns fussen in der Konzeption des Paracelsus, der seinerzeit, die reichlich im Dunkeln stochernde Medizin auf ein systematisches Fundament stellte. Ein ganz wichtiger Anknüpfungspunkt ist das Ähnlichkeitsprinzip, das eine zentrale Säule der Homöopathie darstellt und das wir schon bei Paracelsus entdecken.

Paracelsus hat aber auch eine Systematik erarbeitet, in der er sich der Frage nähert, wie Krankheiten überhaupt entstehen können - die so genannte “Entienlehre”:
Nach Paracelsus gibt es fünf Faktoren, die einen Menschen krank machen können - diese nannte er „Entien“. Eine ganzheitliche Therapie muss sich darum bemühen, alle Bereiche zu erreichen:

Ens astrale
(= Wesen der Sterne): Umwelt- und Schicksalsfaktoren
Ens veneni
(= Wesen des Giftes): Ernährung
Ens naturale
(= natürliches Wesen): Lebenskraft
Ens spitituale
(= geistiges Wesen): Psyche
Ens dei
(= Wesen Gottes): spirituelle Verankerung

Passend dazu schuf Paracelsus fünf Kategorien von Ärzten bzw. Heilern (vielleicht auch Heilpraktikern...?), die die jeweiligen Krankheitskomplexe behandeln:
Specificus:
vergleichbar dem Schulmediziner
Naturalis:
vergleichbar dem klassischen Naturheilkundler (Anwendung von Pflanzen, Bädern, unspezifische, abhärtende oder kräftigende Massnahmen ...)
Spiritualis:
hier passt der Homöopath hin (oder andere hochgezielte Arbeit an der verstimmten Lebenskraft wie z.B. einzelne Bach-Blüten, Akupunktur, Shiatsu, Jin Shin Jyutsu bzw. Jin Shin Do, Kraniosakral-Therapie, ...)
Characteralis:
vergleichbar dem Psychotherapeuten
Fidelis:
vergleichbar dem Geistheiler
Hierzu eine wichtige Anmerkung:

Therapien aus unterschiedlichen Kategorien können i.d.R. parallel angewandt werden, ohne sich zu stören. Unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten aber, die derselben Kategorie angehören, sollten nicht oder nur sehr vorsichtig zur selben Zeit genutzt werden, da eine gegenseitige Störung möglich ist oder aber die Reaktionsfähigkeit des Organismus überfordert werden kann (z.B. bei der Kombination von klassischer Homöopathie mit Bach-Blüten oder Akupunktur).

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