der kleine Unterschied: Heilung vs. Therapie II

Analog zur in Teil I gemachten Unterscheidung zweier polarer Krankheitsbegriffe sind auch zwei unterschiedliche Begriffe von Therapie und deren Wirksamkeit auseinander zu halten:
  • der kausalanalytische Krankheitsbegriff ordnet die jeweilige Krankheit einer spezifischen Therapie mit einer ganz bestimmten Wirkung zu; diese beinhaltet sowohl ein konkretes ärztliches Handlungsmuster als auch ein bestimmtes Medikament bei einer bestimmten Krankheit - dies ganz im Sinne einer kausalen Beziehung,
  • der Begriff von Krankheit, welcher Krankheit im Gewebe eines hochdifferenzierten Gesamtzusammenhanges sieht, verlässt die rein materiell-mechanistische Ebene und versteht Krankheit als prozesshaftes Geschehen, dem auch mit dynamischen Methoden begegnet werden muss. Krankheiten werden als individueller Ausdruck tief liegender (ggfs. nicht materiell erfassbarer) Störungen begriffen.
Die Schulmedizin ist vom vorherrschenden naturwissenschaftlichen Denken geprägt. Sie erklärt Krankheits- und Heilungsvorgänge als eine auf der materiellen Ebene ablaufende Kausalkette: Bei einer Krankheit wirkt irgendetwas materiell Definierbares und natürlich auch Messbares auf den Organismus ein und dadurch wird irgendeine spezielle Struktur im Organismus geschädigt oder verändert. Dies wird soweit getrieben, dass man, z.B. im Falle von HIV die Existenz eines tatsächlich nie nachgewiesenen Virus behauptet und andere Laborparameter, die man gefunden hat, einfach diesem vermuteten Virus zuordnet. So erreicht man, dass man ein nie gefundenes, aber immerhin angenommenes Virus mit einem selbst konstruierten Beleg “beweist”. Mediziner, die Anderes behaupten, die diese Virustheorie in Frage stellen (bitte mal nach “Duesberg” googlen...) werden diffamiert und bekommen fachlich kein Bein mehr an Land. So bleibt es nicht aus, dass sich das herrschende Wissenschaftssystem in seinen nicht richtig belegten Annahmen selbst stützt. Es schützt sich vor kritischen Anwürfen, aber genauso auch vor wissenschaftlichem Fortschritt (Ich bin kein Anhänger der einen wie der anderen HIV-Theorie - dazu fehlen mir einfach hinreichend Kenntnisse. Aber ich beobachte doch einige Merkwürdigkeiten und die sind für den medizinischen Wissenschaftsbetrieb symptomatisch...)

Die etablierte Medizin spricht, wenn sie Krankheiten beschreibt, von Gewebeschäden oder allenfalls von Störungen der Körperfunktionen. Die Veränderungen misst und bestimmt sie mit Hilfe verschiedenster Untersuchungs-, Mess- und Diagnoseverfahren. Kann eine konkrete Ursache für die Krankheit nicht gefunden werden, bleibt die Ursache also im Dunkeln, dann spricht sie z.B. von „idiopathischen“ Krankheiten. Im schlimmsten Fall, v.a. wenn sich mit Hilfe der medizinischen Messverfahren nichts finden lässt, werden die Beschwerden als rein subjektive Störung erklärt - aber der Patient leidet weiter...

Therapie, die einem kausal-naturwissenschaftlichem Verständnis folgt, wird immer nur an der Oberfläche der Körperfunktionen handeln, sie wird nur die beobacht-, mess- und mit teilweise aufwendigem technischem Equipment erfahrbaren Symptome der Krankheit behandeln - auch dann wenn sie eigentlich Anderes möchte. Und die letztliche Konsequenz ist dann oft genug das stecken Bleiben medizinischer Weisheit im endlosen Messen immer neuer Laborwerte und genauso auch immer neuerer Medikamente.

Aber dies ist auch eine Folge der wirtschaftlichen Machtverteilungen und -interessen in unserem Gesundheitssystem. Was wirtschaftlichen Interessen zuwider läuft, hat keine Existenzberechtigung und wird bekämpft oder der Lächerlichkeit preisgegeben. Und was wirtschaftliche Interessen der Pharmakonzerne, wenn schon nicht attackiert, dafür aber zu geringen Profit erwarten lässt, wird geflissentlich übersehen und damit auch auch jeglicher Entwicklungschancen innerhalb des Gesellschaftssystems beraubt

Ein derart beschriebenes medizinisches Verständnis teilt den Organismus in einzelne Bereiche auf, bis hinunter auf die Ebene der Moleküle und Atome. Hier wird dann nach Veränderungen gesucht und dort wird behandelt. Die Medizin glaubt schliesslich hier die Ursache einer Erkrankung zu finden, findet aber letztlich doch nur weitere Fragen und ungeklärte Rätsel. Die Aufsplitterung des Medizinfaches in unzählige Einzelbereiche, von der allgemeinen über die innere Medizin, diese selbst wieder aufgegliedert, bis hin zur Forschung an Stammzellen spricht für sich. Leider geht der Gesamtzusammenhang dabei verloren.

Zweifelsohne kann diese Art der Medizin in vielen Fällen ein schnelle Linderung der Beschwerden bringen und gerade z.B. die Chirurgie ist hier sehr erfolgreich. Gerade im Notfall, in lebensbedrohlichen Zuständen, ist ein allopathisches Vorgehen oft nicht zu umgehen. Wer will bei einem ernsten Notfall schon mit Bach-Blüten-Mitteln beträufelt werden oder auf die einfühlende Anamnese eines engagierten Homöopathen vertrauen...

Die etablierte Medizin wird aber niemals gezielt die gestörte Lebenskraft erreichen, welche der Veränderung des Organismus tatsächlich zugrunde liegt. Und sie wird, sozusagen als ungewollte Nebenwirkung, die Lebenskraft beeinflussen und sie -je nach Therapiemethode in unterschiedlichem Masse- sogar schädigen (siehe vorherige Seite).

Letztlich wird im Laufe der Zeit die Störung der Lebenskraft immer weiter zunehmen und der Patient immer kränker werden.

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