das selbst geschaufelte Grab der HomöopathInnen
veröffentlicht am: Mittwoch, den 02. Dezember
HomöopathInnen sind betriebsblind, möchte man
manchmal meinen. Die finden Sie ihre Methode
unglaublich toll und sie haben Recht damit. Sie ist
toll und jeder sollte davon wissen, damit er seinen
Nutzen daraus ziehen kann. Nun passiert aber das:
Anstatt dass HomöopathInnen sich der Qualität ihrer Arbeit bewusst werden und versuchen einer oft verständnislosen Öffentlichkeit zu erklären, dass gute Arbeit ihren Preis hat, gehen Sie andere Wege:
Sie graben sich das eigene Wasser ab, von dem sie leben. Doch hier etwas genauer, worum es geht...
Homöopathie ist eine ernst zu nehmende und wirklich schwierig zu beherrschende Therapiemethode.
Schon gestandene (und akademisch vor- und ausgebildete) Ärzte tun sich mit dem Verständnis der Homöopathie schwer, schließlich weicht das homöopathische Denken und das Krankheits- und Heilungsverständnis der Homöopathie völlig ab von dem, was einem Arzt während der Ausblidng beigebracht wird. Am Ende kommt viel Murcks und oft genug eine Schmalspurhomöopathie dabei heraus - und oft ist das im Praxisalltag leider auch gar nicht anders zu machen.
Ja und dann gibt es die Flut an Gräfe-und-Unzer-&-Co-schnelle-Homöopathie-Selbsthilfe-Bücher. Bunt. Knapp. Übersichtlich. Ohne wirklichen Inhalt. Wie geschaffen für Mutti und Pappi.
Alles nach dem Muster "ich habe Brechreiz und kotze mir die Seele aus dem Leib" also nehme ich Mittel "Miraculin forte in der Potenz C 12 3 x täglich". Ohne Sinn und Verstand. Eben zum Kotzen...
Doch dann wird es heikel: Mutti und Pappi finden Homöopathie toll. Recht haben sie!
Aber sie haben kein Recht, diese so wunderbare Therapiemethode im professionellen Untergrund unter die Leute zu bringen und mit nur begrenzten Fachkenntnissen wen auch immer zu therapieren. Wenn sie Sohnemann und Töchterlein ein paar Fiebermittel geben, mag das in Ordnung sein. Aber wenn Opas Herzinfarktnachsorge mittels buntem Ratgeberbüchlein erfolgt, wird's hanebüchen. Und noch hanebüchener wird es, wenn diese beseelten Muttis und Pappis dann auch noch Therapie gegen Geld (oder was auch immer) anbieten.
Da das tatsächlich allzu häufig passiert, hat sich ein Verbund aus HomöopathInnen zum Ziel gesetzt, diesen therapeutischen Missbrauch auch noch hoffähig zu machen:
Empfehlung zur Vermittlung homöopathischer Selbstbehandlung
Da machen sie sich einerseits berechtigterweise stark für Qualifizierung und Zertifizierung der Homöopathenschaft (von Letzterer halte ich übrigens eher weniger, aber das ist ein anderes Thema), und dann heissen Sie eine nicht professionelle Laientherapie durch die Hintertür für willkommen. D.h., sie halten es nicht explizit für gut - aber dieser Eindruck kommt am Ende dabei heraus und wird so verstanden werden.
Dafür, dass Mutti Müller und Papa Meier hin und wieder mal ein Kügelchen dem armen fiebernden Kind geben, brauche ich kein solches Statement.
Ärgerlich, weil nicht wirklich gesagt wird, dass es NUR und AUSCHLIESSLICH um Selbsthilfe geht. Stattdessen geht es in dem Pamphlet es um ein Zusammenspiel zwischen Profis und Laien - was das in der Realität des therapeutischen Wildwuchses heisst, dürfte klar sein. Und der blosse und unschuldige Selbstbehandler weiss ohnehin nicht wirklich, was dieses Papier überhaupt soll, er wird es gar nicht erst lesen. Dafür fühlen sich dann all die illegalen Möchtegerntherapeuten à la Lieschen Müllerbier (oder wer auch immer) auf ein neues Podest gehoben.
So graben sich professionelle Therapeuten selbst das Wasser ab.
Wozu braucht es eigentlich noch professionelle Therapeuten, die erhebliche Aufwendungen haben, bis ihre Therapie erst einmal hoffähig ist und ihre Praxis hinreichend überlebensfähig?
Lassen wir uns doch einfach an irgendeine dieser SelbstbehandlerInnen vermitteln - haben die doch angesichts solcher Intiativen die Absolution erhalten. Die müssen keine € 200,00 für ne Erstanamnese nehmen, die tun's schon für ein Appel und 'nen Ei.
Das war von den Initiatoren vielleicht nicht so gemeint - aber es wird so verstanden werden...
Anstatt dass HomöopathInnen sich der Qualität ihrer Arbeit bewusst werden und versuchen einer oft verständnislosen Öffentlichkeit zu erklären, dass gute Arbeit ihren Preis hat, gehen Sie andere Wege:
Sie graben sich das eigene Wasser ab, von dem sie leben. Doch hier etwas genauer, worum es geht...
Homöopathie ist eine ernst zu nehmende und wirklich schwierig zu beherrschende Therapiemethode.
Schon gestandene (und akademisch vor- und ausgebildete) Ärzte tun sich mit dem Verständnis der Homöopathie schwer, schließlich weicht das homöopathische Denken und das Krankheits- und Heilungsverständnis der Homöopathie völlig ab von dem, was einem Arzt während der Ausblidng beigebracht wird. Am Ende kommt viel Murcks und oft genug eine Schmalspurhomöopathie dabei heraus - und oft ist das im Praxisalltag leider auch gar nicht anders zu machen.
Ja und dann gibt es die Flut an Gräfe-und-Unzer-&-Co-schnelle-Homöopathie-Selbsthilfe-Bücher. Bunt. Knapp. Übersichtlich. Ohne wirklichen Inhalt. Wie geschaffen für Mutti und Pappi.
Alles nach dem Muster "ich habe Brechreiz und kotze mir die Seele aus dem Leib" also nehme ich Mittel "Miraculin forte in der Potenz C 12 3 x täglich". Ohne Sinn und Verstand. Eben zum Kotzen...
Doch dann wird es heikel: Mutti und Pappi finden Homöopathie toll. Recht haben sie!
Aber sie haben kein Recht, diese so wunderbare Therapiemethode im professionellen Untergrund unter die Leute zu bringen und mit nur begrenzten Fachkenntnissen wen auch immer zu therapieren. Wenn sie Sohnemann und Töchterlein ein paar Fiebermittel geben, mag das in Ordnung sein. Aber wenn Opas Herzinfarktnachsorge mittels buntem Ratgeberbüchlein erfolgt, wird's hanebüchen. Und noch hanebüchener wird es, wenn diese beseelten Muttis und Pappis dann auch noch Therapie gegen Geld (oder was auch immer) anbieten.
Da das tatsächlich allzu häufig passiert, hat sich ein Verbund aus HomöopathInnen zum Ziel gesetzt, diesen therapeutischen Missbrauch auch noch hoffähig zu machen:
Empfehlung zur Vermittlung homöopathischer Selbstbehandlung
Da machen sie sich einerseits berechtigterweise stark für Qualifizierung und Zertifizierung der Homöopathenschaft (von Letzterer halte ich übrigens eher weniger, aber das ist ein anderes Thema), und dann heissen Sie eine nicht professionelle Laientherapie durch die Hintertür für willkommen. D.h., sie halten es nicht explizit für gut - aber dieser Eindruck kommt am Ende dabei heraus und wird so verstanden werden.
Dafür, dass Mutti Müller und Papa Meier hin und wieder mal ein Kügelchen dem armen fiebernden Kind geben, brauche ich kein solches Statement.
Ärgerlich, weil nicht wirklich gesagt wird, dass es NUR und AUSCHLIESSLICH um Selbsthilfe geht. Stattdessen geht es in dem Pamphlet es um ein Zusammenspiel zwischen Profis und Laien - was das in der Realität des therapeutischen Wildwuchses heisst, dürfte klar sein. Und der blosse und unschuldige Selbstbehandler weiss ohnehin nicht wirklich, was dieses Papier überhaupt soll, er wird es gar nicht erst lesen. Dafür fühlen sich dann all die illegalen Möchtegerntherapeuten à la Lieschen Müllerbier (oder wer auch immer) auf ein neues Podest gehoben.
So graben sich professionelle Therapeuten selbst das Wasser ab.
Wozu braucht es eigentlich noch professionelle Therapeuten, die erhebliche Aufwendungen haben, bis ihre Therapie erst einmal hoffähig ist und ihre Praxis hinreichend überlebensfähig?
Lassen wir uns doch einfach an irgendeine dieser SelbstbehandlerInnen vermitteln - haben die doch angesichts solcher Intiativen die Absolution erhalten. Die müssen keine € 200,00 für ne Erstanamnese nehmen, die tun's schon für ein Appel und 'nen Ei.
Das war von den Initiatoren vielleicht nicht so gemeint - aber es wird so verstanden werden...