homöopathiematerialien: lexikon

d-potenz - dyskrasie

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D-Potenz

Potenzierung durch Verdünnung im Verhältnis 1:10 und Verschüttelung. D-Potenzen liegen erst ab der Potenzhöhe D 24 im immateriellen Bereich (C-Potenzen schon ab C 12).

Die D-Potenzen sind eine deutsche Sonderentwicklung aus der ersten Jahrhunderthälfte als Konzession an das naturwissenschaftliche Denken. In ihnen „ist mehr Materie drin". Homöopathisch ist diese Herstellung nicht sinnvoll und hat sich auch nicht wirklich durchgesetzt. In deutschen Apotheken, besonders in Komplexmitteln (s.dort) werden noch viele D-Potenzen eingesetzt. Aber mit der zunehmenden Internationalisierung der klassischen Homöopathie verschwinden sie langsam wieder.

Darreichungsform

Homöopathische Arzneien gibt es in Form von Globuli, Tabletten Dilutionen, Salben und Injektionslösungen

Deutsches Homöopathisches Arzneibuch

siehe unter "HAB"

Dezimalpotenz

siehe unter "D-Potenz"

Diadot

Dabei handelt es sich um unpotenzierte Substanzen (z.B. Kaffee, Essig, Kampfer), die eine Mittelwirkung neutralisierung können - eine engere Definition des Begriffes "Antidot" - der Begriff wird aber kaum verwendet

Diathese

Unter Diathese versteht man in der Medizin (nicht nur der Homöopathie) die angeborene Anfälligkeit eines bestimmten Organ oder Organsystems und damit die einhergehende Neigung in diesem Bereich eine Krankheit auszudrücken. Die Homöopathie weist der Diathese einen miasmatischen Bezug zu.

Dilution

Dies sind flüssige Arzneien, die aus bis zu 62prozentigem Alkohohl bestehen.

Disposition

siehe unter "Konstitution".

Die Disposition verlegt gegenüber dem Begriff der Konstititon den Schwerpunkt auf die Pathologie, d.h. auf die Neigung eines Menschen, an einer bestimmten Pathologie zu erkranken. In die Disposition gehen sowohl genetische wie auch lebensumfeld- und lebenspraxisbedingte Faktoren ein.

Drainagemittel

Unter einer Drainage wird eine Therapie zur Entgiftung von Toxinen verstanden, die durch Nosoden und/oder Polychreste gelösten wurden. Sie wurde Anfang dieses Jahrhunderts entwickelt und seitdem von vielen Homöopathen genutzt.

Eine Drainage entspricht dem Prinzip einer Ableitung schädlicher Stoffe von den "edlen" zu den "unedlen" Organen oder, anders gesagt, von Innen nach Aussen. Mit "edlen" Organen sind z.B. Niere, Herz, Lunge, Leber und Gehirn gemeint, mit "unedlen" in der Regel Haut und Schleimhaut. Es ist typisch für eine gelungene Drainage, dass sich die Ausscheidungen des Patienten, in zum Teil lästiger Weise, verändern können, z.B. brennende, stinkende Ausscheidungen, verstärkte Schleimhautsekretion, Auftreten von flüchtigen Hauterscheinungen. Wichtig ist, dass sich Organfunktionen dabei stabilisieren und trotz der lästigen Symptome sich die Stimmung des Patienten deutlich bessert. Zum Thema Entgiftung sollten wir uns die mahnenden Worte des Kräuterpfarrers Kneipp ins Gedächtnis rufen, der einmal auf die Frage, welche drei Therapieverfahren er für die wichtigsten halte, geantwortet haben soll: "Erstens Entgiftung, zweitens Entgiftung und drittens Entgiftung".
Die Mittel und Methoden der Drainage sind von Autor zu Autor recht verschieden.

Drainagemittel werden 3 * tgl in D4 als Dil. oder als Tab. verabreicht. Die wichtigsten Drainagemittel sind:
  • Nux vomica: bei nervlicher Belastung, Medikamentenbelastung
  • Solidago: stärkt Ausscheidungsfunktion der Niere
  • Berberis: Stärkung der Nierenfunktion
  • Rhus tox.: bei fibrösen, rheumatische Leiden
  • Bryonia: bei Rheuma
  • Crataegus: bei Herzschwäche

Dunham, Carroll

Carroll Dunham wurde am 29.10.1828 in New York geboren, studierte in Columbia und New York und graduierte 1850. Er starb am 18.02.1877 auf seinem Landsitz, in Irvington - on - Hudson (nahe New York). Er zählt wie Hering und Lippe zu den grossen Homöopathen im Amerika des 19. Jahrhunderts.

Er lehrte Homöopathie und sorgte als Präsident des American Institute of Homoeopathy lange Jahre für die Verbreitung der Homöopathie in Amerika.

Dunham ist Autor dreier Bücher, die von reichem homöopathischen Wissen und Erfahrung zeugen und mit einer klaren, schönen Sprache geschrieben sind.

Carroll Dunham wurde nur 48 Jahre alt. Er hatte sich wegen seiner bereits angegriffenen Gesundheit an den Lake Superior zurückgezogen. Doch erkrankte er dann an einer Diphtherie, der eine schwere Bronchitis und danach wahrscheinlich eine Malaria-Infektion folgten. Es entwickelte sich dann eine Nierenerkrankung, an der er wahrscheinlich schliesslich verstarb.

Dunham war neben seinen Publikationen auch wegen seiner selbst hergestellten Homöopathika bekannt, die eine sehr kräftige Wirkung besitzen (noch heute). Dunham hatte sich eine alte Wassermühle gekauft und auf dem Schlagwerk der Mühle seine zu potenzierenden Arzneien befestigt. Durch die grosse Wucht der "Potenziermaschiene" entfalteten diese Mittel eine sehr kräftige Wirkung. Die Dunham-Arzneien wurden vor wenigen Jahren wiederentdeckt und z.T. weiter aufpotenziert, so dass ihre Wirksamkeit auch nach so viele Jahre von mehreren Homöopathen nachgeprüft werden konnte.

Wichtige Veröffentlichungen:
  • How To Take The Case.
  • Homoeoopathy - the Science of Therapeutics. (1877)

Die Dunham-Schule berücksichtigt auch ökologische Faktoren, d.h. Lebens- und Arbeitsbedingungen oder auch Ernährungsweisen, welche möglicherweise krankheitsunterhaltend sind und vor einem therapeutischen Eingreifen zu beseitigen seien, werden hoch bewertet. Beobachtbare Symptome umfassen sowohl sinnlich erfassbare Beschwerden als auch nur technisch feststellbare Parameter. Krankheitspathologie hat v.a. eine Bedeutung für die mögliche Ausschliessung pathognomischer Symptome vom Prozess der individuellen Mittelfindung. Eine Unterscheidung in Erst- und Zweitwirkung eines Mittels wird abgelehnt.

Dynamis

siehe unter dem Stichwort "Lebenskraft".

Dynamisierung

siehe unter dem Stichwort "Potenzierung".

Dyskrasie

Fehlerhafte Zusammensetzung des Blutes oder der "Körpersäfte"; ein Begriff aus der Humoralpathologie, die hierin die Krankheitsursache sah.

Siehe auch unter "Eukrasie".