Gabe
Eine Gabe sind umfasst der Regel zwei bis drei Globuli, je nach Grösse der Globuli - oder bei flüssigen Mitteln eine Zubereitung im Wasserglas (siehe auch unter "Wasserglasmethode")
Gawlik, Willibald
Der homöopathische Arzt Dr. Willibald Gawlik wurde 1919 geboren und starb 2003.
In russischer Kriegsgefangenschaft hatte er seinen ersten Kontakt mit der Homöopathie. In seiner Darstellung spannte er immer auch einen Bogen von kulturellen Einflüssen wie Musik und Literatur zur Homöopathie.
Wichtige Veröffentlichungen:
In russischer Kriegsgefangenschaft hatte er seinen ersten Kontakt mit der Homöopathie. In seiner Darstellung spannte er immer auch einen Bogen von kulturellen Einflüssen wie Musik und Literatur zur Homöopathie.
Wichtige Veröffentlichungen:
- Arzneimittelbild und Persönlichkeitsporträt 1990
- Homöopathie und konventionelle Therapie 1997
- Samuel Hahnemann - Synchronopse seines Lebens 1996
Genius epidemicus
Infektionen werden mit Mitteln behandelt, die primär nach den gleichen phämomenologischen Aspekten ausgesucht werden wie alle anderen homöopathischen Mittel auch. Bei Infektionen bedient man sich dabei, v.a. um schneller entscheiden zu können, fallübergreifenden Gemeinsamkeiten, die allen Fällen mehr oder minder zu Eigen sind.
Hahnemann gab vor, dass der Genius epidemicus an Hand eher ungewöhnlicher Symptome aller betroffenen Patienten und nicht auf Grund pathognomischer Symptome bestimmt werden soll.
In den Paragraphen 100 – 102 des Organon beschreibt Samuel Hahnemann das Vorgehen bei Epidemien: Er empfiehlt in diesem Fall die Symptome mehrerer Patienten zusammen zu ziehen und auf den so erkennbaren speziellen Ausdruck der Epidemie hin zu verschreiben. Diesen Ausdruck der Epidemie nennt er dann "Genius epidemicus".
Hahnemann gab vor, dass der Genius epidemicus an Hand eher ungewöhnlicher Symptome aller betroffenen Patienten und nicht auf Grund pathognomischer Symptome bestimmt werden soll.
In den Paragraphen 100 – 102 des Organon beschreibt Samuel Hahnemann das Vorgehen bei Epidemien: Er empfiehlt in diesem Fall die Symptome mehrerer Patienten zusammen zu ziehen und auf den so erkennbaren speziellen Ausdruck der Epidemie hin zu verschreiben. Diesen Ausdruck der Epidemie nennt er dann "Genius epidemicus".
genuine Homöopathie
„Genuine Homöopathie“ bedeutet in den Worten der Begründer dieser Richtung, die Lehre Hahnemanns in ihrer ursprünglichen, echten und unverfälschten Form in der praktischen Arbeit umzusetzen.
Dazu werden nicht nur die Werke Hahnemanns, sondern auch die der Klassiker Bönninghausen, Aegidi, Hering, Jahr, Stapf und all derer berücksichtigt, die direkte Schüler, Mitarbeiter und enge Freunde Hahnemanns waren. Kent z.B. wird hier kritisiert, weil er sich weltanschauliche Ansätze des Schweden Swedenborgs zu Eigen machte und diese mit der homöopathischen Lehre vermischte. Aber die genuine Homöopathie distanziert sich auch von allen neuzeitlichen Vermischungen mit Esoterik, Astrologie, Psychologie etc.
Dazu werden nicht nur die Werke Hahnemanns, sondern auch die der Klassiker Bönninghausen, Aegidi, Hering, Jahr, Stapf und all derer berücksichtigt, die direkte Schüler, Mitarbeiter und enge Freunde Hahnemanns waren. Kent z.B. wird hier kritisiert, weil er sich weltanschauliche Ansätze des Schweden Swedenborgs zu Eigen machte und diese mit der homöopathischen Lehre vermischte. Aber die genuine Homöopathie distanziert sich auch von allen neuzeitlichen Vermischungen mit Esoterik, Astrologie, Psychologie etc.
Gesetz der kleinsten Dosis
Das Gesetz der kleinstes Dosis meint, dass die Menge eines Mittels die richtige ist, welche trotz kleinster Menge die eine Wirkung auf die Lebenskraft hat und damit ausreichend ist, eine Veränderung auszulösen. Hahnemann beschreibt dies im § 246 des Organon.
Die kleinstmögliche Dosis vermeidet belastende Erstreaktionen.
Die kleinstmögliche Dosis vermeidet belastende Erstreaktionen.
Geukens, Alfons
Geukens wurde 1944 in Balen/Belgien geboren. Er studierte in Leuven Medizin und arbeite als Arzt seit 1978. Seine homöopathische Ausbildung beendete er 1985 bei Vithoulkas.
1983 gründete er das Clinical Training Center for Classical Homeopathy in Hechtel. Er lehrt seit 1897 Homöopathie in Europa und den USA, dabei nutzt er insbesondere Video-Fälle um die Materia medica zu vermitteln.
Etliche seiner Seminare wurden als Buch veröffentlicht:
1983 gründete er das Clinical Training Center for Classical Homeopathy in Hechtel. Er lehrt seit 1897 Homöopathie in Europa und den USA, dabei nutzt er insbesondere Video-Fälle um die Materia medica zu vermitteln.
Etliche seiner Seminare wurden als Buch veröffentlicht:
- "Homeopathic Practice" (8 Bände) 1988-1995
Gewöhnliche Symptome
siehe unter "pathognomische Symptome".
Geghas, Vassilis
Vassilis Ghegas wurde 1948 in Griechenland geboren. Er studierte Homöopathie an der Athener Schule für klassische Homöopathie und lernte bei Georgios Vothoulkas.
Ghegas betreibt seit 1974 eine homöopathische Praxis und lehrt seit 1984 in den USA und Europa.
Seine wichtigste Veröffentlichung ist
Ghegas betreibt seit 1974 eine homöopathische Praxis und lehrt seit 1984 in den USA und Europa.
Seine wichtigste Veröffentlichung ist
- "The Classical Homeopathic Lectures of Vassilis Ghegas"
- ausserdem hat Ghegas zusammen mit G. Vithoulkas und R. Morrison Lehrbücher veröffentlicht
Globuli
sind kleine weisse Streukügelchen aus Saccharose (teilweise auch Lactose), die mit dem flüssigen, bereits potenzierten Wirkstoff gleichmässig befeuchtet werden. Globuli lassen sich nicht weiter potenzieren (es sei den man verreibt sie gezielt), daher halten sie den bereits potenzierten Wirkstoff auf einer Potenzierungsstufe fest.
Globuli gibt es in verschiedenen Grössen, je nach Grösse nimmt man einige Globuli und gibt sie in den Mund und lässt sie dort zerfallen; oder aber man löst Globuli in einem halben Glas Wasser auf.
Größe von Globuli nach Hahnemann 1/100 Gran = 0,62 mg (§270 Organon 6) entspr. etwa HAB Größe 0, HAB Größe 1 = 2 mg.
Globuli gibt es in verschiedenen Grössen, je nach Grösse nimmt man einige Globuli und gibt sie in den Mund und lässt sie dort zerfallen; oder aber man löst Globuli in einem halben Glas Wasser auf.
Größe von Globuli nach Hahnemann 1/100 Gran = 0,62 mg (§270 Organon 6) entspr. etwa HAB Größe 0, HAB Größe 1 = 2 mg.
Graften
In der Homöopathie stellt man Arzneimittel durch rhythmisches Verschütteln und stufenweises Verdünnen her. Wenn man dann bei einer gewünschten Verdünnungs- und Potenzierungsstufe angekommen ist - meinetwegen Pulsatilla, das als Tinktur bis zur Potenz C 6 verdünnt und potenziert wurde, dann kann man dieses Endprodukt entweder so wie es ist, also flüssig als Tropfen, verwenden. Man kann das Mittel aber auch auf wirkstofffreie Globuli, das sind feste Zuckerkügelchen aufbringen. Soweit die Kurzfassung der Herstellung homöopathischer Mittel.
In jedem Fall geht es hier um die Übertragung von Arzneimittelwirkungen vom einen Trägerstoff auf einen anderen.
Nun gibt es aber auch Übertragungsweisen, die so nicht im HAB, dem homöopathischen Arzneibuch (welches die ganzen Festlegungen für die Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln vorgibt) beschrieben sind. Während die oben geschilderte und nach HAB übliche Vorgehensweise eine Art "feuchte" Übertragung von Arzneimittelwirkungen ist, gibt es noch eine "trockene" Alternative: Dabei wird die Arzneimittelinformation auf "trockenem Wege" von lege artis potenzierten Globuli auf neutrale, d.h. noch unbehandelte Globuli übertragen. Dieses Verfahren nennt man "graften" oder "klonen" und es ist ein Verfahren, das sich der Therapeut (Sachkenntnis und exaktes Vorgehen voraus gesetzt) in der eigenen Praxis zunutze machen kann.
Der gemeine Naturwissenschaftler würde nun mutmassen, das Nichts wird auf das Nichts übertragen - oder auch "von Nichts kommt Nichts" - aber das lassen wir jetzt mal... :)
Wie geht man nun vor?
Ein Weg ist der, 2 Globuli der Ausgangsarznei in 10 ml 80%igem Alkohol zu lösen, dabei sollte ein Schütteln oder Rühren vermieden werden, um jegliches unbeabsichtigtes Aufpotenzieren zu vermeiden, Dann imprägniert man Neutralglobuli mit dieser Lösung, dabei nimmt man jeweils 5 Tropfen auf 10g Globuli; die Globuli lässt man dann trocknen und füllt sie ab. Damit man diese Mittel nicht mit Originalglobuli verwechselt, etikettiert man sie mit dem Mittelnamen, der Angabe der Potenzstufe und setzt dann das Merkmal "Graft" hinzu.
Der grosse Vorteil einer solchen Vorgehensweise liegt v.a. darin, dass seltene oder ansonsten nicht mehr zugängliche Mittel auf diese Weise verfügbar zu machen. Man denke hier insbesondere an historische und heute nicht mehr erhältliche Mittel, aber durchaus auch an die dank arzneimittelrechtlicher Vorgaben nur noch in verfälschter, d.h. autoklavierter Version zu bekommenden Nosoden. Aber diese Methode ist nicht standardisiert und sollte daher auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben, sie sollte nicht dazu missbraucht werden, kostengünstig an einen Arzneimittelvorrat zu kommen.
Zu beachten wäre noch, dass gerade empfindliche Personen auf das Hantieren mit homöopathischen Arzneimitteln mitunter heftig reagieren können, mitunter zeigen sich ganz erhebliche Prüfungssymptome. Auch wenn diese Arzneimittelprüfungen nichts wirklich schlimmes sind - im Gegenteil, so können sie doch unangenehm sein. Schlimmstenfalls macht man so etwas tatsächlich mit Handschuhen und mit Mundschutz.
In jedem Fall geht es hier um die Übertragung von Arzneimittelwirkungen vom einen Trägerstoff auf einen anderen.
Nun gibt es aber auch Übertragungsweisen, die so nicht im HAB, dem homöopathischen Arzneibuch (welches die ganzen Festlegungen für die Herstellung von homöopathischen Arzneimitteln vorgibt) beschrieben sind. Während die oben geschilderte und nach HAB übliche Vorgehensweise eine Art "feuchte" Übertragung von Arzneimittelwirkungen ist, gibt es noch eine "trockene" Alternative: Dabei wird die Arzneimittelinformation auf "trockenem Wege" von lege artis potenzierten Globuli auf neutrale, d.h. noch unbehandelte Globuli übertragen. Dieses Verfahren nennt man "graften" oder "klonen" und es ist ein Verfahren, das sich der Therapeut (Sachkenntnis und exaktes Vorgehen voraus gesetzt) in der eigenen Praxis zunutze machen kann.
Der gemeine Naturwissenschaftler würde nun mutmassen, das Nichts wird auf das Nichts übertragen - oder auch "von Nichts kommt Nichts" - aber das lassen wir jetzt mal... :)
Wie geht man nun vor?
Ein Weg ist der, 2 Globuli der Ausgangsarznei in 10 ml 80%igem Alkohol zu lösen, dabei sollte ein Schütteln oder Rühren vermieden werden, um jegliches unbeabsichtigtes Aufpotenzieren zu vermeiden, Dann imprägniert man Neutralglobuli mit dieser Lösung, dabei nimmt man jeweils 5 Tropfen auf 10g Globuli; die Globuli lässt man dann trocknen und füllt sie ab. Damit man diese Mittel nicht mit Originalglobuli verwechselt, etikettiert man sie mit dem Mittelnamen, der Angabe der Potenzstufe und setzt dann das Merkmal "Graft" hinzu.
Der grosse Vorteil einer solchen Vorgehensweise liegt v.a. darin, dass seltene oder ansonsten nicht mehr zugängliche Mittel auf diese Weise verfügbar zu machen. Man denke hier insbesondere an historische und heute nicht mehr erhältliche Mittel, aber durchaus auch an die dank arzneimittelrechtlicher Vorgaben nur noch in verfälschter, d.h. autoklavierter Version zu bekommenden Nosoden. Aber diese Methode ist nicht standardisiert und sollte daher auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben, sie sollte nicht dazu missbraucht werden, kostengünstig an einen Arzneimittelvorrat zu kommen.
Zu beachten wäre noch, dass gerade empfindliche Personen auf das Hantieren mit homöopathischen Arzneimitteln mitunter heftig reagieren können, mitunter zeigen sich ganz erhebliche Prüfungssymptome. Auch wenn diese Arzneimittelprüfungen nichts wirklich schlimmes sind - im Gegenteil, so können sie doch unangenehm sein. Schlimmstenfalls macht man so etwas tatsächlich mit Handschuhen und mit Mundschutz.
Gran
Masseinheit durch Festlegung der Globuligrössen: 1 Gran = 0,062g = 62 mg.
"Grosse" Mittel
Ein "grosses" Mittel ist ein homöopathisches Mittel, das gut beschrieben ist und auch häufig angewendet wird. Es hat also eine besonders ausgiebige Arzneimittelprüfung erfahren und es liegt ein ausführliches Arzneimittelbild vor.
siehe auch unter "Polychrest".
siehe auch unter "Polychrest".
Gruppenanalyse
Das Vergleichen von verschiedenen Arzneien auf gemeisame oder ähnliche Themen hat es zwar schon seit Anbeginn der Homöopathie gegeben. Vergleichende Arzneimittellehren entstanden, die meist zwei Arzneimittel nebeneinander gestellt haben und ihre gemeinsamen Punkte und Unterschiedlichkeiten beleuchtet haben.
Das Vergleichen der Arzneien in der Frühzeit der Homöopathie diente dem Systematisieren der Arzneimittelwahl - allerdings war die Grundlage der Systematisierung beschränkt, da man noch nicht so viele verschiedne Mittel kannte.
Constantin Hering schrieb: „Bei dem jetzigen Stande der Naturwissenschaften kann (anders als in der Homöopathie) alles nach den Verwandtschaften überblickt ... das Allgemeine der verschiedenen Klassen und Familien gelehrt werden....Das Studium wird dadurch außerordentlich erleichtert. Allein da wir die Materia Medica noch nicht so ausgebildet haben ..., so müssen wir diesen erleichternden Überblick wohl entbehren. Wir müssen deswegen aber doch den Weg verfolgen, der allein zu diesem Ziele führt, so mühsam er auch sein mag. ... die Zeit kommt hoffentlich bald, wo wir wie Naturhistoriker über unsere Mittel sprechen können, wo wir wie diese verstehen werden, vollständige Beschreibungen zu geben, bei denen alle Nebensachen weggelassen sind. Die Zeit kommt hoffentlich bald, wo wir auch in der Arzneimittellehre wissen, was wesentlich ist und was nicht."
Andere Homöopathen, z.B. John Henry Clarke oder Otto Leeser versuchten das Konzept der Systematisierung aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Aber erst die Computerrepertorisation machte entsprechende Vergleiche wie wir sie heute kennen, möglich -allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Möglichkeiten der EDV die Systematisierung und Gruppenbildung auch ohne grossen Wert für die Praxis überreizen kann.
Jan Scholtens Ansatz war dieser: Scholten ging von seinen Kenntnissen als Chemiker aus, hier konzentrierte er sich vordringlich auf mineralische Mittel (eines seiner Werke heisst "Homöopathie und Minerale"). Scholten postulierte Gemeinsamkeiten von mineralischen Mittel, die sich in Mittelgruppen gliedern liessen - er sah eine deutliche Verbindung zwischen der Ordnung des Periodensystems und dem Arzneimittelbild.
Rajan Sankaran knüpfte an Scholtens Konzept an und entwickelte die "Bombay-Methode" (siehe dort) - Sankaran legte einen Schwerpunkt auf die Gruppenzuordnung pflanzlicher Mittel (eines seiner Werke heisst "Einblicke ins Pflanzenreich") und wies bestimmten Pflanzenfamilien bestimmte Grundcharakteristiken zu. Diese Grundcharakteristik wird insbesondere auf die Empfindungsebene hin ausgedehnt.
Massimo Mangialavori hat sich ebenfalls um eine Systematisierung in Gruppen bemüht: Seine Arbeit richtet sich auf das Vergleichen von geheilten Fällen und er versucht mit Gruppenzuordnungen Fälle besser verstehen zu können. Mangialavori vergleicht die Mittel aber im Gegensatz zu Scholten und Sankaran nach ausschliesslich nach naturwissenschaftlichen Kriterien, sondern weisst den Gruppen bestimmte Lebensthemen zu, die sich dann auf einer körperlichen wie emotionalen Ebene zeigen.
Das Vergleichen der Arzneien in der Frühzeit der Homöopathie diente dem Systematisieren der Arzneimittelwahl - allerdings war die Grundlage der Systematisierung beschränkt, da man noch nicht so viele verschiedne Mittel kannte.
Constantin Hering schrieb: „Bei dem jetzigen Stande der Naturwissenschaften kann (anders als in der Homöopathie) alles nach den Verwandtschaften überblickt ... das Allgemeine der verschiedenen Klassen und Familien gelehrt werden....Das Studium wird dadurch außerordentlich erleichtert. Allein da wir die Materia Medica noch nicht so ausgebildet haben ..., so müssen wir diesen erleichternden Überblick wohl entbehren. Wir müssen deswegen aber doch den Weg verfolgen, der allein zu diesem Ziele führt, so mühsam er auch sein mag. ... die Zeit kommt hoffentlich bald, wo wir wie Naturhistoriker über unsere Mittel sprechen können, wo wir wie diese verstehen werden, vollständige Beschreibungen zu geben, bei denen alle Nebensachen weggelassen sind. Die Zeit kommt hoffentlich bald, wo wir auch in der Arzneimittellehre wissen, was wesentlich ist und was nicht."
Andere Homöopathen, z.B. John Henry Clarke oder Otto Leeser versuchten das Konzept der Systematisierung aufzugreifen und weiter zu entwickeln. Aber erst die Computerrepertorisation machte entsprechende Vergleiche wie wir sie heute kennen, möglich -allerdings sollte man sich bewusst sein, dass die Möglichkeiten der EDV die Systematisierung und Gruppenbildung auch ohne grossen Wert für die Praxis überreizen kann.
Jan Scholtens Ansatz war dieser: Scholten ging von seinen Kenntnissen als Chemiker aus, hier konzentrierte er sich vordringlich auf mineralische Mittel (eines seiner Werke heisst "Homöopathie und Minerale"). Scholten postulierte Gemeinsamkeiten von mineralischen Mittel, die sich in Mittelgruppen gliedern liessen - er sah eine deutliche Verbindung zwischen der Ordnung des Periodensystems und dem Arzneimittelbild.
Rajan Sankaran knüpfte an Scholtens Konzept an und entwickelte die "Bombay-Methode" (siehe dort) - Sankaran legte einen Schwerpunkt auf die Gruppenzuordnung pflanzlicher Mittel (eines seiner Werke heisst "Einblicke ins Pflanzenreich") und wies bestimmten Pflanzenfamilien bestimmte Grundcharakteristiken zu. Diese Grundcharakteristik wird insbesondere auf die Empfindungsebene hin ausgedehnt.
Massimo Mangialavori hat sich ebenfalls um eine Systematisierung in Gruppen bemüht: Seine Arbeit richtet sich auf das Vergleichen von geheilten Fällen und er versucht mit Gruppenzuordnungen Fälle besser verstehen zu können. Mangialavori vergleicht die Mittel aber im Gegensatz zu Scholten und Sankaran nach ausschliesslich nach naturwissenschaftlichen Kriterien, sondern weisst den Gruppen bestimmte Lebensthemen zu, die sich dann auf einer körperlichen wie emotionalen Ebene zeigen.