homöopathiematerialien: lexikon

kaffee - kss-symptome

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Kaffee

Kaffee wird oft als grundsätzliches Antidot für eine homöopathische Therapie angesehen. Das ist so nicht richtig, da die verschiedenen homöopathischen Mittel unterschiedlich gegenüber Kaffee reagieren: Einige Mittel reagieren empfindlich auf Kaffee, andere nicht

Kent, James Tyler

James Tyler Kent (1849-1916) wurde 1849 in Woodhull / USA geboren. Kent studierte Medizin am "Eclectic Medical Institut", Cincinnati, Ohio. Dort legte er im Jahr 1871 sein Examen ab. Seine homöopathische Ausbildung erhielt er am "Homoeopathic Medical College, Missouri", in St. Louis, wo er 1889 das Diplom des Instituts ablegte. Kent arbeitete erst als praktischer Arzt in St. Louis, wo er noch die eklektische Schule vertrat. Im Alter von sechsundzwanzig Jahren heiratete Kent seine erste Frau. 1877 im Alter von achtundzwanzig Jahren erhielt er den Posten als Anatomieprofessor am "American College" in St. Louis. Durch die therapieresistente Erkrankung seiner Frau kam er erstmals mit der Homöopathie in Berührung. Nachdem seine sowie die Bemühungen seiner Kollegen fehlgeschlagen waren, seiner Frau zu helfen, wurde der homöopathische Arzt Dr. Phelan zu Rate gezogen, der die Gesundheit von Kents Frau innerhalb sehr kurzer Zeit wiederherstellte. 

Kent wird nach dem Studium der Homöopathie zu einem ihrer brillantesten Verfechter, gibt seinen Lehrstuhl auf, verlässt 1879 die eklectische Schule und widmet sich nur noch seiner Praxis. Erst 1883 übernimmt er wieder eine Lehrtätigkeit. Diesmal am "Missouri Homoeopathic College" in St. Louis, wo er für ein Jahr den Chirurgielehrstuhl übernimmt. Er übernimmt schliesslich den Posten des Professors für Materia medica und lehrt bis 1888. In diesem Jahr unterbricht er seine Lehrtätigkeit wieder für einige Jahre und geht nach Philadelphia, um die Praxis des verstorbenen Adolph Lippe zu übernehmen. Bis ins Jahr 1899 leitet er als Dekan und Professor für Materia Medica die Fortbildungskurse für homöopathische Ärzte an der "Postgraduate School of Homöopathics" in Philadelphia, die damals als die renommierteste homöopathische Schule weltweit galt. In den Jahren 1896 und 1897 weist er neben seiner extensiven Privatpraxis 34.800 Poliklinikkonsultationen und Hausbesuche nach. 

In diesen Jahren verliert Kent seine erste Frau. Er studiert die Werke Swedenborgs, schliesst sich dieser Bewegung an und erhält so transzendentale Einblicke in die Probleme Krankheit und Heilung, die ihn dabei beeinflussen eine lehr- und praktizierbare Methode des Symptomenstudiums und der Similefindung zu erarbeiten. Durch seine zweite Frau, Clara Louise, wird er zu seinen drei grossen Werken "Lectures on Homoeopathic Materia Medica", Lectures on Homoeopathic Philosophy" und "The Repertory of Homoeopathic Materia Medica" inspiriert. Mit seinem Repertorium legte Kent den Grundstein für die moderne repertorisation überhaupt.

Im Alter von einundfünfzig Jahren wird er nach Chicago gerufen, um hier die Stelle des Dekans und Professors für Materia Medica des "Dunham Medical College" zu übernehmen. Nach der Zusammenlegung dieser Schule mit dem "Hering Medical College" wird er Dekan dieser Universität und im Jahr 1905 Dekan des "Hahnemann Medical College", ebenfalls in Chicago. Neben seinen zahlreichen Zeitschriften- und Buchveröffentlichungen sowie seiner Lehrtätigkeit und Praxisarbeit prüfte Kent an sich, Kollegen und Studenten achtundzwanzig Arzneien, wovon vierzehn völlig neu in die Materia Medica eingeführt wurden. 

Kent stirbt am 6. Juni 1916 im Alter von 67 Jahren kurz nach seiner Ankunft in seinem Landhaus in Sunnyside Orchard im Staat Montana, Stevensville. Hierhin hatte er sich zurückgezogen, um eine seit Monaten bestehende Bronchitis auszuheilen und ein wirklich perfektes Werk über Homöopathie zu schreiben, weil er seine Vorlesungen über Materia Medica und Homöopathische Philosophie nur als Gedächtnisstützen betrachtete. 

Wichtige Veröffentlichungen:
  • Repertory on Homeopathic Materia medica 1897
  • Lectures on Homeopathic Philosophy 1900
  • Lectures on Homeopathic Materia medica 1905
  • New Remedies 1926

Zwei Grundsätze Kents erscheinen besonders erwähnenswert: 
1. Wenn man einige Mittel erfolglos verschrieben hat, in der Hoffnung, eines schlage hilfreich an, so sollte man nun Placebo geben und den Fall neu studieren, um die wirklich passende Arznei zu finden! 
2. Wenn man sich auf ein Simile festgelegt hat, sollte man die nächst passenden Arzneien nicht vergessen, um im Fall etwaiger Misserfolge nicht ratlos vor dem Patienten zu stehen, und Alternativen parat haben!

-weitgehend übernommen von Peter Morell- 

Siehe auch unter dem Stichwort "Kent´sche Schule"

Kentsche Schule

Knappe Zusammenfassung des Kent´schen Zuganges zur Homöopathie:

Ein Krankheitszustand ist Ausdruck einer tiefer liegenden Störung des Gesamtorganismus und nicht eine Ansammlung äusserlich wahrnehmbarer, durch die Pathologie der krankheit erklärbarer Symptome. Bei der Erfassung dieses tiefer liegenden Zustandes muss man die Betrachtung auf auf die individuellen Allgemein- und Geistessymptome fokussieren und auch auf die eine Individualität in besonderem Masse repräsentierenden „eigentümlichen“ Symptome, nicht jedoch auf die pathognomischen Symptome einer Krankheit. Krankheiten folgen ebenso wie Heilungen der HERING?schen Regel.

Kent führte Hochpotenzen ein (bis zu MM = 1.000.000) und die aufteigende Aneinanderreihung steigender Potenzierungsstufen (z.B. 30 - 200 - 1.000 - 10.000 etc.). Auf KENT geht die Schaffung von so genannten „Arzneimittelbildern“ zurück.

Keynotes

Schlüsselsymptome (keynotes) sind bewährte Symptome eines Mittels, auf die allein hin sich oft (aber längst nicht immer!) die Verschreibung eines Mittels lohnt.

Es gibt Repertorien, die diese Keynotes besonders hervor heben, was die Arbeit mit dem Repertorium bzw. die Mittelfindung in der Praxis ein wenig vereinfachen kann.

Kinesiologische Tests

In etlichen naturheilkundlichen Praxen bedient man sich zur Mittelbestimmung kinesiologischer Tests. Das hat allerdings nichts mit Homöopathie zu tun, auch wenn am Ende ein potenziertes Mittel gegeben wird, denn es fehlt jegliche Ähnlichkeitsbeziehung zwischen Mittel und Krankheit (siehe unter dem Stichwort "Ähnlichkeitsgesetz"). Allenfalls können solche Test einen beschränkten Wert besitzen, wenn man sich zwischen zwei auf "ordentlichem" Wege gefundenen Mitteln zu entscheiden hat.

Klassische Homöopathie

Der Begriff "klassische Homöopathie" ist strittig, da jede Richtung in der Homöopathie von sich behaupten wird, sie sei die einzig wahre und deshalb klassische Methode, da nur sie die regeln Hahnemanns befolgt. Daher ist das Adjektiv "klassisch" zur Eingrenzung der jeweiligen homöopathischen Ausrichtung kaum nützlich

Einzelmittelhomöopathie wird oft mit "klassischer Homöopathie" gleich gesetzt. Vielleicht kann man den immer wieder unterschiedlich ausgelegten Begriff von der "klassischen Homöopathie" am Ehesten auf den kleinsten gemeinsamen Nenner der weitgehenden Gabe eines einzigen Mittels zur selben Zeit reduzieren.

Vielleicht darf man (und ich tue dies hier mal) "klassische Homöopathie" mit einer Homöopathie streng nach den Hahnemann´schen Vorgaben bezeichnen: Sie wendet Einzelmittel an (siehe dort), welche auf alkoholischer Verschüttelung basieren und beschränkt sich weitgehend auf pflanzliche, mineralische und tierische Mittel. Grundlage der Erkenntnisfindung sind die Arzneimittelprüfung, die Toxikologie und die klinische Erfahrung. Grundlage der Mittelverordnung ist eine „lege-artis“-Anamnese, welche die Gesamtheit aller konstitutionellen, geistigen, körperlichen, lebensumfeldbedingten Symptome erfassen will.

"Kleines" Mittel

Ein "kleines Mittel" ist ein homöopathisches Mittel, das eine eher untergeordnete Rolle spielt und relativ selten eingesetzt wird. Die Arzneimittelprüfungen für kleine Mittel sind meistens nicht sehr ausgiebig und die Beschreibungen des Arzneimittelbildes weniger ausführlich als bei grossen Mitteln, oft kann man nur auf klinische Erfahrungen zurück greifen.

Die kleinen Mittel sind in den Repertorien zu unrecht unterrepräsentiert und werden deshalb zu selten angewandt, obwohl sie trotzdem weit reichende Wirkungen haben können. Ein besonderes Augenmerk auf die kleinen Mittel hat Massimo Mangialavori geworfen.

Kollateralmittel

Kollateralmittel sind Vergleichsmittel, die in einigen homöopathischen Werken vermerkt sind. Sie weisen ähnliche Symptome auf, wie das jeweilige Arzneimittel, bei dem sie verzeichnet sind. Es sind also Mittel, die eine Alternative bieten zum gerade laufenden Mittel.

Ein Kollateralmittel im Gegensatz zum Komplementärmittel (siehe dort) nicht ergänzend, sondern anstatt gegeben.

Komplementärmedizin

Der Begriff Komplementärmedizin ist ein Synonym für Alternativmedizin bzw. Alternative Medizin und eine Sammelbezeichnung für therapeutische und diagnostische Verfahren, die als Alternative oder als Ergänzung zu den Methoden der sogenannten Schulmedizin eingesetzt werden.

Die Homöopathie wird zu der Komplementärmedizin gerechnet.

Man sollte sich bewusst sein, dass der Begriff im Wesentlichen dazu dient, die Rolle der Schulmedizin zu zementieren, die komplementärmedizinischen Verfahren werden der Schulmedizin ergänzend untergeordnet.

Komplementärmittel

Ein Komplementärmittel ist ein Mittel, welches die Wirkung eines anderen Mittels ergänzt, verstärkt oder vervollständigt.

Manchmal ist nach einer ersten Verordnung eine zweite Verschreibung eines Komplementärmittels notwendig um die vorangegangene Erstverschreibung durch eben dieses Komplementärmittel zu ergänzen. Dabei gibt es mehr oder minder gut bekannte Mittelbeziehungen untereinander, an welchen man sich ausrichten kann.

Komplementärmittel werden ergänzend gegeben (vgl. auch "Kollateralmittel")

Komplexmittelhomöopathie

Komplexmittel sind Mischungen von verschiedenen (meist zwischen drei und acht) Einzelmitteln mit oft unterschiedlichen Potenzen. Es gibt homogene Komplexe, die Alle gegen das Gleiche wirken sollen (z. B. Schnupfen), sowie heterogene, bei denen die enthaltenen Substanzen eine unterschiedliche Wirkrichtung haben, und heterologe Komplexmittel. Letztere beinhalten auch "schulmedizinische" Arzneien. Von Komplexmitteln erhoffen sich die Therapeuten, die Trefferwahrscheinlichkeit erhöhen zu können. Klassische Homöopathen lehnen die Komplexe oft als Schrotschussmethode ab.

Sie hat aber in ihrem Wesen und dem Vorgang der Arzneiwahl nach nichts mehr mit der Homöopathie zu tun. Ihre Verordnung erfolgt in der Regel nach denselben nosologischen Gesichtspunkten, also nach der klinischen Krankheitsdiagnose wie die schulmedizinische Pharmakotherapie und nicht nach der Hahnemannschen Ähnlichkeitsregel (siehe unter dem Stichwort "Ähnlichkeitsgesetz"). Die homöopathische Herkunft der Komplexmittel erkennt man an der Potenzierung ihrer einzelnen Inhaltsstoffe; ihre Herstellung unterliegt ebenfalls dem amtlichen homöopathischen Arzneibuch (HAB).

Von den Herstellerfirmen der Komplexe wird geltend gemacht, dass durch die Komplexpräparate eine Brücke zu schulmedizinisch-nosologisch denkenden Kolleginnen und Kollegen geschlagen werde, und so die Homöopathie grössere Verbreitung gewinnen könne. Ausserdem sei es der wesentlich einfachere Weg der Arzneifindung, da dem Therapeuten die zeitaufwendige Similewahl (die homöopathische Mittelwahl nach der Ähnlichkeitsregel) erspart würde. Arzneiliche Wirkungen sind nicht zu bestreiten, da sowohl bei in vitro-Versuchen als auch in klinischen Studien die Wirksamkeit einzelner Komplexpräparate dokumentiert werden konnten. Komplexmittel sind aber oft nichts Anderes als eine Art Phytotherapie; nur bedienen sich die Hersteller (meist niedrig) potenzierter Einzelbestandteile, und etikettieren die Mischungen dann als homöopathische Mittel, weil sie so teure arzneimittelrechtliche Zulassungsvorschriften umgehen können.

Kritiker der Komplexpräparate wenden ein, dass in den Rezepturen häufig Einzelmittel kombiniert werden, die sich laut den Erfahrungen der klassischen Homöopathen widersprechen, sich auch in der Wirksamkeit aufheben oder eventuell schädliche Arzneimittel-Interaktionen hervorrufen können. Des Weiteren führe eine Behandlung mit Komplexmitteln zu einer zunehmenden Reaktionsmüdigkeit des Körpers, da die vielen und ungezielten Arzneireize den Körper zwangsläufig dazu bewegen, seine Reizschwelle anzuheben und so abzustumpfen. Insbesondere von einem (reiz-) regulationstherapeutischen Ansatz aus betrachtet stellt ein Therapieschema, in dem mehrere Kombinationspräparate simultan angewandt werden, eine völlige Überforderung des Organismus dar, wenn er auf 30 - 40 unterschiedliche Arzneireize gleichzeitig reagieren soll. Letztendlich erfährt der Therapeut nicht, welches Mittel in dem Gemisch das wirksame war und kann somit dessen Dosierung nicht verändern. Auch ist ihm verwehrt, die Arzneimittel besser kennen und unterscheiden zu lernen, so dass sein Erfahrungsgewinn gering bleibt.

Komplexmittel haben ihre Berechtigung in einer naturheilkundliche Praxis, die auf Grund mangelnder Qualifikation keine klassische oder Einzelmittelhomöopathie anbietet oder aber in der Selbsthilfe, wo der sich selbst behandelnde Laie keine aufwändige Fallaufnahme machen kann. Aber es ist eben keine Homöopathie im eigentlich Sinne, da die Ähnlichkeitsbeziehung (siehe unter dem Stichwort "Ähnlichkeitsgesetz") fehlt.

Konstitution

Der Begriff Konstitution beinhaltet die anlagebedingte Reaktionsbereitschaft eines Organismus auf die unterschiedlichsten Reize und Einflüsse, denen er in seiner Umwelt ausgesetzt ist, sowie ererbte körperliche, seelische und kognitive Merkmale. Die Konstitution umfasst die Gesamtheit körperlicher, seelischer und geistiger Anlagen.

siehe auch unter "Konstitutionsmittel" und "Konstitutionstherapie"

Konstitutionsmittel

Mit dem so genannten "Konstitutionsmittel" behandeln wir nicht die gesunde Konstitution (siehe "Konstitutionstherapie"). Mit diesem Begriff bezeichnen wir das Mittel, welches in der Behandlung des Krankheitsprozesses an der tiefsten, dem Therapeuten und evtl. auch dem Pat. wahrnehmbaren Ebene wirken kann und von daher Symptome auf unterschiedlichen anderen Ebenen lindern oder gar heilen kann. Bzw., das Mittel, welches in der Lage ist, die Selbstheilungskräfte unserer Lebenskraft anzuregen.

Dieses Mittel muss nicht unbedingt eines der Polychreste, d.h. ein viel geprüftes und klin. häufig bestätigtes Mittel sein; ebenso können kleine Mittel die Lebenskraft so stärken, dass es individuell über lange Zeit zur Anwendung kommen kann. Nur aufgrund der sehr häufigen und unter Umständen auch sehr "alten" Prüfungen fallen die Polychreste eher in den Vordergrund und verlocken damit den Therapeuten zur Anwendung.

Das Konstitutionsmittel wird in der homöopathischen Fallaufnahme und der anschliessenden Fallbearbeitung ausgewählt. Die Stimmungen und körperlichen Zustände, die ein Konstitutionsmittel auslöst, sollen der Summe der psychischen und physischen Eigenschaften dieses Menschen möglichst genau entsprechen. Laut Untersuchungen reagieren homöopathisch behandelte Patienten auf ihre Konstitutionsmittel besonders stark. Diesem Mittel wird im Prinzip die beste Heilwirkung auf alle Leiden zugesprochen, weil es seinem Charakter mit all seinen Schwächen und Erscheinungsformen so ähnlich ist und Disharmonie als Auslöser der Krankheit wieder in Harmonie verwandeln kann

Konstitutionstherapie

Immer wieder schwirrt der Begriff "konstitutionelle Homöopathie" im Raum. Aber eigentlich kann es das gar nicht geben, auch wenn sich eine ganze homöopathische Richtung so bezeichnet (Homöopathie nach Kent).

Homöopathie behandelt Krankheiten; dazu bedient sie sich der Wahrnehmung des ganzen Menschen. Bei der Mittelwahl orientiert sich die Homöopathie insbesondere solcher Symptome, die durch einen Krankheitsprozess verursacht wurde und die Heilungsrichtung einer homöopathischen Therapie wird genauso nicht einzelne Bereiche des Menschen betreffen, sondern auf den ganzen Menschen gerichtet sein.

Trotzdem behandelt die Homöopathie immer noch Krankheiten und keine Konstitutionen. Konstitutionen sind überdauernde Reaktionsmuster und Organisationsstrukturen eines Menschen, die er von Geburt an mitbekommen hat oder die er sich über viele Jahre hinweg erworben hat, solch eine Konstitution reduziert sich aber nicht auf krankhafte Prozesse, sondern umfasst v.a. auch den gesunden Menschen.

Da die Homöopathie aber Krankheiten und keine gesunden Menschen behandelt, die Konstitution aber v.a. auch aus gesunden Anteilen besteht, kann man eigentlich nicht von "konstitutioneller Homöopathie" sprechen.

Wovon man sprechen kann, ist eine chronisch ausgerichtete Therapie, aber auch die richtet sich nur sekundär an die Konstitution.

Korsakoff-Potenzen

Korsakoff-Potenzen haben ihren Namen von ihrem Entwickler von Korsakoff.

Es handelt sich bei der Herstellung um ein Verfahren der Einglasmethode (siehe dort): Das Glas wird bei jeder Potenz geschüttelt und anschliessend ausgelehrt. Die verbleibende Restmenge wird dann mit 100 Tropfen erneut aufgefüllt und aufs neue potenziert.
Korsakoff-Potenzen folgen nicht dem Deutschen Homöopathischen Arzneibuch. haben aber gerade bei höheren Potenzen den Vorteil, dass man mit weniger Material auskommt.
Die Korsakof-Potenzen werden mit einem K deklariert: z.B. K1000.

vergleiche mit "Mehrglasmethode".

Köthen

Köthen war eine der wichtigsten Wirkungsstätten von Samuel Hahnemann. Hier lebte und arbeitete er seit ihn Herzog Ferdinand-Friedrich von Anhalt-Köthen hierher holte und dessen Leibarzt und Hofrat er wurde. In Köthen lebte und arbeitete Hahnemann bis zu seinem Weggang nach Paris.

Köthen liegt im südöstlichen Sachsen-Anhalt zwischen Magdeburg und Halle. Köthen ist eine Kleinstadt mit ca. 30.000 Einwohnern und hat eine etwa 1000jährige Geschichte. Zeitweise arbeitete hier Johann Sebastian Bach als Hofkapellmeister am Hofe Fürst Leopolds; hier schrieb er u.a. die Brandenburgischen Konzerte und Teile des Wohltemperierten Klaviers. Weitere bekannte Persönlichkeiten sind Johann Friedrich Naumann (Ornithologe), Michael Naumann (Journalist/Herausgeber) und Hermann Wäschke (Mundartdichter/Schauspieler). Und natürlich auch Samuel Hahnemann, den Gründervater der Homöopathie. Jetzt will Köthen wieder zum Zentrum der internationalen Homöopathie werden.

Wichtige Bauten sind die 1400 entstandene Jakobskirche. Andere Sehenswürdigkeiten sind das Historischen Museum im Ludwigsbau des Köthener Schlosses mit Schlosskapelle, Spiegelsaal, Apothekengewölbe, der Bachgedenkstätte im Roten und Grünen Zimmer auch das Naumann-Museum, das einzige ornithologiegeschichtliche Museum der Welt.

Die Umgebung von Köthen mit zahlreichen Vogelschutzgebieten und Teichreservaten ist ein Zentrum deutscher Vogelwissenschaft. Denn hier lebte der Wegbereiter der modernen Vogelkunde, Johann Naumann.

Krankheiten als Folge der Lebensführung

Solche Krankheiten wurden von Hahnemann als "uneigentliche Krankheiten" bezeichnet. Sie sind Folge der wiederkehrenden Einwirkung eigentlich vermeidbarer Störungen: Hierzu gehören insbesondere die Ernährungsweise, die Wohn- und Arbeitssituation, aber auch weitere Faktoren der Lebensführung.

In der Praxis mischen sich miasmatische Belastung, Belastungen durch allopathische Therapien und Faktoren der Lebensführung miteinander. Das Ergebnis sind dann völlig verwischte Krankheitsbilder, welche kaum noch erlauben gezielt und schnell ein wirksames Homöopathikum zu finden.

Krebs-Miasma

siehe unter "Cancerinie"

Krebstherapie mit homöopathischen Mitteln

Auch eine homöopathische Therapie solch schwerer Erkrankungen wie Krebs ist grundsätzlich möglich. Allerdings gibt es zwei wichtige Probleme:

1.
Vom Homöopathischen Gesichtspunkt her ist Krebs in aller Regel eine symptomarme Krankheit. Der Homöopath braucht aber Symptome, denn an Hand dieser Symptome sucht er nach dem richtigen Mittel. Sich bei Krebs therapeutisch an der Gesamtkonstitution auszurichten, ist nur der zweitbeste Weg; Der Grund liegt darin, dass Krebs eigentlich als ein eigenständiges Leben im Patienten betrachtet werden muss und man daher spezifische Krebssymtpome zur Mittelfindung her nehmen muss (die man aber oft nicht hat). Hinzu kommt, dass bei Krebskrankheiten die Lebenskraft des Patienten oft so in Mitleidenschaft gezogen ist (sei es durch die Erkrankung selbst oder sei es durch die belastenden Therapien), dass eine Heilungsreaktion problematisch wird oder auch ganz ausbleibt.

2.
Vom schulmedizinischen Standpunkt her ist es primär, Tumormasse zu verkleinern - und das zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt. Würde man der Schwerpunkt auf ausschliessliche homöopathische Therapie legen, könnte man wichtige schulmedizinische Behandlungen versäumen und das Krebsgeschehen durch Verschleppung einer notwendigen schulmedizinischen Therapie verschlimmern.

In der Praxis gibt es nur sehr wenige Therapeuten, denen man zutrauen kann, eine Krebserkrankung schwerpunktmässig mit Homöopathie zu behandeln. Im Normalfall wird eine homöopathische Therapie aber einer unter mehreren gleichzeitig verfolgten Therapiewegen sein können.

Kritik an der Homöopathie

Bis heute existiert weder ein formaler, reproduzierbarer Nachweis noch eine akzeptable naturwissenschaftliche Begründung für eine Wirksamkeit der Homöopathie, die über den Placeboeffekt hinaus geht. Sie wird deshalb von dem Grossteil der etablierten Schulmedizin als wirkungslose, in einigen Fällen sogar gefährliche Behandlung abgelehnt.


Schwächen in der theoretischen Grundlegung:

Hahnemann gründete vor 200 Jahren seine Homöopathie auf zwei Grundsätze. Zum einen sollen Krankheiten durch Medikamente behandelt werden, welche ähnliche Symptome hervorrufen wie die Krankheit selbst. Sein Selbstversuch mit Chinarinde gilt als nutzlos, da er nicht reproduzierbar ist. Hahnemann zeigte möglicherweise eine allergische Reaktion auf die Chinarinde. Der Ansatz der Homöopathie beruht somit auf einem Irrtum und dessen dogmatisch-naiver Generalisierung. Zum anderen werden homöopathische Medikamente in verdünnter („potenzierter“) Form verwendet. Dieser Ansatz ist nach heutigen Erkenntnissen der naturwissenschaftlichen Medizin unbrauchbar bzw. stützt sich auf den Glauben, dass unbekannte Vorgänge den jeweiligen Stoff beim Potenzieren zum Medikament machen. Für die Existenz dieser Vorgänge gibt es keine Hinweise, die die etablierte Naturwissenschaft akzeptiert. Auch unabhängigen Studien konnten keine Nachweise für eine Wirksamkeit erbracht werden, die die Naturwissenschaft wirklich zufrieden stellen würde.


Methodische Schwächen der Wirkungsbeweise:

Die Heilerfolge der Homöopathie sind vergleichbar mit denen anderer „alternativer“ Therapien (zum Beispiel „TCM“) und bewegten sich im Rahmen der Gesundungsraten einer Placebo-Behandlung, so behauptet jedenfalls die Schulmedizin. Die Befürworter der Homöopathie hingegen bestehen darauf, dass eine homöopathische Behandlung über den Placebo-Effekt hinaus wirkt. Die mangelhafte Belegbarkeit homöopathischer Wirksamkeit im naturwissenschaftlichen Sinne ist eine Folge der Unanwendbarkeit naturwissenschaftlicher Studiendesigns auf eine hoch individualisierende Methode, wie die Homöopathie sie darstellt. Doppelblindversuche sind in der Homöopathie, aber auch in anderen naturheilkundlichen Verfahren ungeeignet. Auf der anderen seite hat die Homöopathie hier eine methodische Schwäche, da sie selbst ihre Nachweise meist nur auf Einzelbeobachtungen und Selbstversuchen gründet. Die Erfolge der Homöopathie genügen nicht naturwissenschaftlichen Anforderungen und werden mit methodischen Schwächen und anderen verzerrenden Einflüssen erklärt. Auch bestätigte eine breit angelegte Metauntersuchung (Lancet-Studie) die Vermutung, dass Studien mit wenigen Teilnehmern eher nichtvorhandene Wirkungen vorspiegeln als umfangreiche Untersuchungen.

Homöopathische Therapieerfolge werden gerne auf den Placebo-Effekt zurück geführt. Tatsächlich scheinen neuere Untersuchungen scheinen zu belegen, dass die Placebo-Heilung nicht mit blosser Einbildung zu erklären ist, sondern substantielle, biochemisch fassbare Wirkungen auf das ZNS nachzuweisen sind. Diese Effekte gezielt zur Behandlung zu nutzen wird der Homöopathie unterstellt.

Aufgrund des fehlenden Nachweises der medizinischen Wirksamkeit halten viele Anhänger der Homöopathie die wissenschaftlichen Methoden für nicht ausreichend um die Wirksamkeit nachzuweisen. Da es aber keine andere wissenschaftliche Methode gibt, werden zwar in wohlmeinender Absicht, aber doch dummerweise allzu oft Methoden der Pseudo- oder Parawissenschaft oder der Esoterik herangezogen. Damit aber wird das Argument, dass Homöopathie wissenschaftlich sei, aufgegeben. Ein in diesem Zusammenhang oft verwendeter Satz lautet: „Wer heilt, hat Recht“. Diese Betrachtungsweise gibt aber eben keinen Aufschluss darüber, inwieweit Placebo-Effekte oder etwa auch Spontanheilungs-Effekte wirken, die bei allen Behandlungsformen vorkommen.


Schwächen in der Heilmittelforschung:

Aus Sicht der heutigen naturwissenschaftlichen Medizin ist die Bewertung der Ergebnisse von homöopathischen Arzneimittelprüfungen problematisch, unter anderem, weil die angewendete Dosis bzw. Potenz oft nicht dokumentiert ist und die meisten Prüfungsberichte aus dem 19. Jahrhundert stammen und nicht blind durchgeführt worden sind. Die Arzneimittelprüfungen in der Homöopathie sind also nicht mit den modernen Wirksamkeitsprüfungen in der naturwissenschaftlichen Medizin vergleichbar.


Fehlendes Wirkungsprinzip:

Obwohl Hahnemann es bereits hätte wissen können ist es heute unbestritten, dass grössere Verdünnungen als D24 oder C12 entspricht statistisch gesehen kaum ein einziges Molekül der Ausgangssubstanz enthalten. Das entspricht ungefähr dem Auflösen einer Kopfschmerztablette im Atlantik. Da die Herstellung der homöopathischen Arzneien üblicherweise im Verdünnungsprozess Faktoren der Verunreinigung mit Fremdstoffen eine grosse Rolle spielt , bleibt unklar, was denn nun das wirkende Agens im Endprodukt sei, wenn man einmal davon ausgeht, dass überhaupt ein Agens im Endprodukt enthalten sei.

Seitens der Homöopathen gibt es die Theorie, dass eine Wirkung durch Information ermöglicht wird, die nicht molekular gespeichert und übertragen wird Wirkstoffe sollen beispielsweise „Abdrücke“ in Wasserclustern hinterlassen, die dann an andere Wassercluster weitergegeben werden. Für diese Theorien gibt es jedoch keine Grundlage, die die Naturwissenschaft akzeptieren würde.


Streitpunkte der medizinischen Praxis:

Die homöopathische Mittelfindung und -gabe nach dem „Ähnlichkeitsprinzip“ wird von der Naturwissenschaft nicht akzeptiert, da sie ausschliesslich auf den äusserlich sichtbaren Symptomen des Patienten beruht und keine wissenschaftlichen Untersuchungen wie etwa Röntgenbilder, Ultraschall und Gewebeproben herangezogen werden. So müssen bei konsequenter Durchführung beispielsweise allergisch, bakteriell oder viral hervorgerufene Erkrankungen gleich behandelt werden, wenn sie dieselben Symptome zeigen. Des weiteren beruht die Medikamentenwahl ausschliesslich auf der subjektiven Einschätzung des Homöopathen, ob Dinge äusserlich ähnlich sind oder nicht. Der Rorschachtest beispielsweise zeigt aber, wie unterschiedlich Wahrnehmungen interpretiert werden können und wie diese Interpretationen von Erfahrung und Fantasie abhängig sind. Es muss somit erwartet werden, dass die Behandlung einer Krankheit je nach Biographie des Homöopathen unterschiedlich ausfällt. Eine richtige homöopathische Behandlung gibt es nicht, da es keine einheitliche Vorstellung von Ähnlichkeit gibt.


Gefahren der Homöopathie:

Der Verzicht auf eine "normale" schulmedizinische Versorgung, der im Regelfall im Zusammenhang einer homöopathischen Behandlung geübt wird, kann bei akuten Beschwerden im Einzelfall lebensgefährlich sein, da der Einsatz einer wirksamen Therapie verzögert werden kann.

Da das verstärkte Auftreten der Symptome unter dem Begriff Erstverschlimmerung als Teil des Heilungsprozesses verstanden wird, können tatsächlich wichtige schulmedizinische Behandlungen versäumt oder erst verspätet vorgenommen werden.

Viele Homöopathen lehnen Impfungen ganz oder teilweise ab. Wer sich aufgrund dessen nicht impfen lässt, geht möglicherweise ein Risiko gefährlicher Infektionskrankheiten ein.

Da auch Gifte in hochverdünnter Form verabreicht werden, können nach längerer Einnahme von Potenzen bis D12 Vergiftungserscheinungen auftreten.

- weitgehend übernommen aus einem Wikipedia-Eintrag-

KSS-Symptome

= komische, seltene, sonderbare Symptome. Diese Symptome helfen in der Individualisierung des Falle, da sie sehr patientenspezifisch sind