homöopathiematerialien: lexikon

laktose - lochschmidt'sche zahl

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Laktose

Homöopathische Tabletten werden aus Laktose hergestellt.

Lateralität

Mit Lateralität bezeichnet man die Eigenschaft eines Arzneimittels, bevorzugt auf Beschwerden einer bestimmten Körperhälfte zu wirken - z.B. Lyc mit rechtsseitigen und Lach mit linksseitigen Beschwerden.

Lebenskraft

Seit dem Altertum wurde im von Aristoteles begründeten Vitalismus davon ausgegangen, dass lebenden Wesen eine so genannte Lebenskraft innewohne. Diese Lebenskraft, aufgeteilt in Entelechie und Dynamis, belebt nach Aristoteles den materiellen Körper (Organismus) und lässt ihn empfinden und tätig sein. Samuel Hahnemann übernahm die Vorstellung einer nicht-materiellen Lebenskraft und machte sie zu einem Grundbegriff seiner homöopathischen Krankheitslehre. Der menschliche Organismus ist eine einheitliche und untrennbare Gesamtheit, bestehend aus Körper, Gemüt und Geist. Der Geist, der für die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Lebens verantwortlich ist, wurde von Dr. Hahnemann 'Lebenskraft' genannt.

In § 10 des Organon spricht Hahnemann folgendermassen über die Lebenskraft:
"Der materielle Organism, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Empfindung, keiner Thätigkeit, keiner Selbsterhaltung fähig; nur das immaterielle, den materiellen Organism im gesunden und kranken Zustande belebende Wesen (das Lebensprincip, die Lebenskraft) verleiht ihm alle Empfindungen und bewirkt seine Lebensverrichtungen." Krankheit, die nicht der Chirurgie anheimfalle, sei die Verstimmung dieser „geistartigen Kraft“ (Hahnemann) und damit eine Befindensänderung des Gesunden.

Unter gesunden Umständen unterhält die Lebenskraft die normalen Funktionen und Empfindungen des Organismus. Aber wenn die Lebenskraft auf dynamische Art und Weise durch krankhafte Einflüsse verstimmt wird, verursacht dies abnormale Empfindungen und Funktionen, die sich äusserlich durch den materiellen Körper als abnormale Zeichen und Symptome zeigen, deren Gesamtheit die Erkrankung bildet. Nochmals, wenn eine Heilung gewährleistet werden soll, dann ist es die Lebenskraft, die sich selbst wieder anschwellen lassen muss oder fortdauern muss, angeregt zu sein, um eine Besserung herbeizuführen. Wenn die Lebenskraft zu sehr geschwächt oder erschöpft ist, dann kann keine medzinische Massnahme mehr helfen.

Hahnemann schrieb: „Das Leiden der krankhaft verstimmten, geistartigen, unsern Körper belebenden Dynamis (Lebenskraft) im unsichtbaren Innern und der Inbegriff der von ihr im Organism veranstalteten, äusserlich wahrnehmbaren, das vorhandene Uebel darstellenden Symptome, bilden nämlich ein Ganzes, sind Eins und Dasselbe.
“ (Organon § 15)

Krankheit äussere sich somit in einer Gesamtheit von Krankheitszeichen und Symptomen und sei mit einer Verstimmung der Lebenskraft gleichzusetzen. Die Heilung, so Hahnemann, geschehe einzig durch die Umstimmung der Lebenskraft und „Befindensveränderung des Kranken in den gesunden Zustand“ (Organon, § 19). Deren Wirkung sei die Aufhebung der Gesamtheit der Symptome. Diese Umstimmung der Lebenskraft sei durch kleine, geschüttelte oder verriebene („dynamisierte“) Gaben von Substanzen zu erreichen.

Der Begriff der Lebenskraft macht einen wesentlichen Unterschied der Homöopathie zur wissenschaftlichen Medizin aus, indem die Grundlage für Krankheit und Heilung nicht in den Körperfunktionen des Organismus, sondern in einer den individuellen Menschen belebenden „nicht-materiellen“ Kraft gesehen wird. Dass Krankheiten materieller Natur seien, stritt Hahnemann stets vehement ab. Allerdings vermutete er "feinste Thiere niederer Ordnung" als Ursache der Cholera.

Lebenskraftbegriff und Homöopathiegeschichte

Der Begriff der Lebenskraft macht einen wesentlichen Unterschied der Homöopathie zur wissenschaftlichen Medizin aus, indem die Grundlage für Krankheit und Heilung nicht in den Körperfunktionen des Organismus, sondern in einer den individuellen Menschen belebenden „nicht-materiellen“ Kraft gesehen wird. Dass Krankheiten materieller Natur seien, stritt Hahnemann stets vehement ab. Allerdings vermutete er "feinste Thiere niederer Ordnung" als Ursache der Cholera.

Die seinerzeit weit verbreitete Vorstellung einer Lebenskraft, die u.a. auch Christoph Wilhelm Hufeland (Leibarzt des preussischen Königs) vertrat, stellte sich gegen eine medizingeschichtliche Entwicklung, in der zunehmend reale, beobachtbare Phänomene ausschlaggebend für die Beschreibung des Lebens wurden. So begannen weite Teile der Medizin schon vor Hahnemanns Zeiten seit der Entdeckung des Blutkreislaufs sich allmählich von der Idee einer von der materiellen Welt getrennten Lebenskraft zu verabschieden. Ein weiterer, wichtiger Grund für diesen Paradigmenwechsel war die Verfügbarkeit des Mikroskops, mit dem viele grundlegende Entdeckungen der Medizin gemacht werden konnten. Es entwickelten sich u.a. die mikroskopische Anatomie und Zellbiologie, sodass für viele Vorgänge im menschlichen Körper Erklärungen gefunden wurden, welche die Annahme einer separaten Lebenskraft überflüssig machten; die Naturwissenschaften im allgemeinen und die Medizin im besonderen kamen ohne sie aus. Bakterien waren trotzdem als Krankheitserreger noch lange Zeit weitgehend unbekannt (siehe Henle-Koch-Postulate).

Einige Homöopathen arbeiten aber auch heute noch mit dem auf der Lebenskraft basierenden Krankheitskonzept. Aus ihrer Sicht ist dieser Begriff dazu geeignet, das individuelle Krankheitsbild ohne Berücksichtigung der materiellen Krankheitsursachen zu erkennen und zu heilen. Der Begriff dient hier dazu, die Gesamtheit der beobachteten Symptome zugleich als eine Veränderung der den Menschen belebenden Kraft wahrzunehmen und das Ziel der Heilung als die Wiederherstellung dieser Kraft festzulegen.

Andere Homöopathen des zwanzigsten Jahrhunderts, im deutschen Sprachraum etwa Otto Leeser, Julius Mezger und Mathias Dorcsi, reformulierten die Homöopathie als eine Regulationstherapie und das „Lebensprincip“ (durch diesen Ausdruck ersetzte Hahnemann in späteren Auflagen des Organon den Begriff der "Lebenskraft") als die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation bzw. Homöostase (Immunabwehr, Temperaturregulation, Schmerzempfindung u. dgl.). Durchaus an Hahnemanns Überlegungen anschliessend geht etwa Dorcsi davon aus, dass Krankheit wesentlich eine gestörte Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation darstelle, die unter Umständen durch einen minimalen Reiz, eben das homöopathische Heilmittel, korrigiert werden könne. Daraus folgt, dass nicht alle Krankheitserscheinungen mit Aussicht auf Erfolg homöopathisch behandelt werden können, sondern nur diejenigen, bei denen eine solche Regulationsstörung zentral ist.

Leitsymptome

Leitsymptome sind solche Symptome, die besonders charakteristisch für ein Arzneimittel sind.

vergleiche auch "Keynotes"

Lepröses Miasma

Die Postulierung eines leprösen Miasma entstammt der Sankaran-Schule:

Dieses Miasma liegt zwischen dem sykotischem und dem syphilitischem Miasma und ist in seiner Tiefe am nächsten dem syphilitischen Miasma anzusiedeln. Es herrscht fast die gleiche Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Es ist geprägt von einem enormenGefühl der Isolation. Ein Gefühl, als wenn man ausgestossen worden wäre, von allen verlassen und germieden wird. Gefühle der Selbstverachtung und des Ekels prägen dieses Miasma.

Lippe, Adolph von

Adolph Graf zur Lippe-Weissenfeld wurde 1812 nahe Görlitz geboren, lebte und arbeitete ab etwa 1835 in den USA und starb 1888 in Pennsylvania.

Lippe arbeitete ab 1838 in der ersten homöopathischen Lehranstalt, der "North American Academy of the Homeopathic Healing Art in Allentown, Pennsylvania (bekannt als "Allentown Academy"). 1841 bekam Lippe den Doktortitel in Homöopathischer Medizin. Die Allentown Academy schloss schon recht bald ihre Pforten und Lippe war der letzte Doktorand dieser Einrichtung. Lippe übersiedelte dann von Reading nach Pottsville in Pennsylvania und betroiebt ab 1841 eine homöopathische Praxis. 1844 wechselte er nach Carlisle, Pennsylvania, zu J.C. Guernsey, dem Sohn von H. N. Guernsey. Schliesslich ging 1850 nach Philadelphia.

Lippe hatte von 1864 bis 1869 den Lehrstuhl für Materia medica am Homeopathic Medical College of Pennsylvania inne. Er gab mehrere erfolgreiche Homöopathie-Zeitschriften heraus. Seine reine Arzneimittellehre hat noch heute grosse Bedeutung.

Wichtige Veröffentlichungen:
  • Text Book of Materia medica 1866
  • Repertory of the more Characteristic Symptoms of our Materia medica 1880
  • Keynotes of the Homeopathic Materia medica 1905

Little, David

David Little wurde 1948 in Chicago geboren, seit 1967 lebte und arbeitete er in San Francisco, wo er seine therapeutische Laufbahn mit Yoga und Meditation begann. Bei Manning von Stahl absolvierte er eine Art Ausbildung zum Heiler, schliesslich erwarb er sich fundierte Kenntnisse in Homöopathie und CST. Nach von Mannings Tod übersiedelte Little nach Hawaii und erweiterte seine Homöopathie- und Yoga-Kenntnisse auf einer längeren Indien-Reise (1973-1978).

Seit 1983 betreibt Little eine Praxis für Homöopathie und arbeitete sich hier insbesondere in die Theorie und Praxis der LM-Potenzen ein, teilweise in enger Zusammenarbeit mit M. H. Choudhoury. Little kann heute als einer der wesentlichen Verfechter der LM-Potenzen gelten.

Auf seine zahlreichen Veröffentlichungen hat man über seine Website www.simillimum.com Zugriff, hier schloss er gerade sein Homoeopathic Compendium, "Volume I, Clinical Practice", und "Volume 2, Constitution, Temperament and Miasms" ab.

LM-Potenz

siehe unter dem Stichwort "Q-Potenz"

Lokalsymptome

Lokalsymptome nennt man solche Symptome, die zu einem bestimmten Organ, oder Organsystem gehören.
Den Lokalsymptomen kommt aus homöopathischer Sicht nur dann eine Bedeutung zu, wenn sie sehr differenziert sind und augenscheinlich im Vordergrund der Erkrankung stehen. Ansonsten sind sie bei der Hierachisierung, also der Gewichtung der Symptome, eher von geringem Rang.

Hahnemann nannte solche Symptome "Lokalübel"

Lochschmidt'sche Konstante

siehe unter "Avogadro-Zahl"