homöopathiematerialien: lexikon

tierische mittel - typhöses miasma

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Tierische Mittel

In der Homöopathie werden Arzneimittel aus allen Naturreichen gewonnen, darunter auch aus dem Tierreich. Verwendet werden Tierprodukte, Tiergifte, aber auch Tieranteile und ganze Tiere.

In den homöopathischen Arzneimitteln und Repertorien nehmen die sogenannten Milchmittel den grössten Platz ein, danach folgen die Tiergifte - v.a. die Schlangengifte.

Arzneimittel aus dem Tierreich haben dabei ihre ganz eigene, von Arzneimitteln aus dem Mineral- oder Pflanzenreich gänzlich verschiedene Energie, so dass man ohne Anwendung dieser Arzneien nicht in der Lage wäre eine Vielzahl an Patienten optimal zu behandeln.
Es gibt grundsätzliche Unterschiede, was elementare Themen der einzelnen Naturreiche angeht, so haben auch die Tiermittel eine spezifische Besonderheit. So ist beispielsweise die Wahrnehmung von Patienten die ein homöopathisches Arzneimittel aus dem Tierreich benötigen geprägt von Wettkampf und Kokurrenzkampf. Es besteht die Empfindung von "Nur der Stärkere setzt sich durch", es geht also um das Überleben, um's Fressen oder gefressen werden. Dieses Merkmal zieht sich durch alle Bereiche, ob in der Begegnung mit anderen, als auch in dem Erleben der Körpersymptome.

Man kann dies weiter differenzieren nach den Merkmalen der einzelnen Tiermittel, so kann man den Vogelmitteln besondere Eigenschaften zuordnen: Es tauchen Themen von Eingeschlossen, gefesselt, in Ketten und gefangen auf der einen Seite und sich erheben, Frei sein und Freiheit auf der anderen Seite auf. Es ist die Polarität von Himmel und Erde. Schwere und Verantwortung auf der einen Seite und Schwerelosigkeit, Ungebundenheit und Freiheit auf der anderen Seite. Es kann eine Affinität zu hochgelegenen Orten geben, nach Bergen aber auch zum Meer. Oft strahlen Patienten, die ein Vogelmittel benötigen eine große Attraktivität aus. Es kann ein großes Bedürfnis vorliegen zu Reisen und auszuwandern. Es gibt Autoren, die differenzieren hier noch weiter, je nachdem um welche Vogelart es sich handelt.

Trägerstoffe homöopathischer Mittel

Die Trägerstoffe homöopathischer Arzneien sind natürlichen Ursprungs:
  • Alkohol-Wasser-Gemische in Dilutionen
  • Rohrzucker (Saccharose) in Globuli
  • Milchzucker (Laktose) in Tabletten

Auf diese Trägerstoffe werden die eigentlich wirksamen Zubereitungen aufgebracht oder eingebracht.

Trituration

Die Trituration ist eine mit Milchzucker verriebene unlösliche Substanz z.B. bei mineralischen Stoffen wie Gold (Aurum) oder Flussspat (Calcium fluoratum) wird man die Mittel in einem ersten Produktions- und Potenzierungsschrit triturieren. Feste Stoffe werden bis zur C3-Potenz verrieben, um sie nachfolgende in flüssiger Phase durch Verschüttelung weiter zu potenzieren.

Handverreibungen laufen so ab:
  • 1 Teil Arzneiausgangsstoff wird mit 9 (D-Potenz) bzw. 99 Teilen (C-Potenz) Milchzucker eine Stunde lang in ganz genau vorgeschriebenen Schritten verrieben.
  • bei jeder Potenz wird wieder das gleiche Verfahren angewendet, so das die Herstellung jedes Potenzschritts erneut eine ganze Stunde in Anspruch nimmt.
  • aus Triturationen können anschliessend auch Dilutionen hergestellt und dann flüssig weiter potenziert werden.

Tuberkulines Miasma / Tuberkulnie

Eine erste Erweiterung des Hahnemann´schen Miasmen-Konzeptes war die so genannte „Tuberkulinie“ (=Pseudo-Psora), eine perfekte Kombination von Psora und Syphilis durch Vererbung.

Kernsymptome sind:
  • deutliche Symptome
  • Veränderung der Flüssigkeiten; Immunschwäche und Krankheitsanfälligkeit; heftige - - Entzündungen innerer Organe
  • Kreativität

Grundmuster: Mischung von psorischer Schwäche und syphilinischer Zerstörungsneigung; deutliche Symptome
psychischer Krankheitsprozess: Depression und das Gefühl der Verlassenheit
körperlicher Krankheitsprozess: Veränderung der Flüssigkeiten; Immunschwäche und Krankheitsanfälligkeit; heftige Entzündungen innerer Organe
Therapie und Heilung: Erholung nur durch Akzeptanz der tuberkulinischen Bedingungen
Hauptmittel: Bacillinum


Sankaran umschreibt die Tuberkulinie wie folgt:

Dieses Miasma liegt zwischen sykotischem und syphilitischem Miasma. In der Empfindung dieses Miasmas liegt aber noch mehr Verzweiflung als in der Erfahrung des Krebs Miasmas. Die Erfahrung ist erdrückend, erstickend, eingeengt, wie kurz vor der Zerstörung. Die Reaktion ist charakterisiert durch eine hektische Aktivität um sich davon zu befreien. Es besteht das Bedürfnis nach permanenter und vollständiger Veränderung. Es besteht wenig Hoffnung und die Zerstörung scheint immanent.

Tyler, Margaret

Margaret Tyler (1857 - 1943) war eine englische Schülerin von James Tyler Kent und Mitbegründerin der Kent´schen Schule etwa nach der vorletzten Jahrhundertwende. Ob sie jemals selbst mit Kent persönlich in Kontakt kam, ist unklar, aber ihre Bedeutung für die Verbreitung des Kent´schen Ansatzes in England ist gross.

Wichtige Bücher waren:
  • Pointers to the Common Remedies, ein klinischer Leitfaden zur praktischen Anwendung der Homöopathie
  • Homeopathic Drug Pictures, eine Mittelbildsammlung

Typhöses Miasma

Die Postulierung eines typhösen Miasma entstammt der Sankaran-Schule:

Das typhöse Miasma liegt zwischen dem akuten und dem psorischem Miasma. Die Empfindung ist die einer Krise, die einer konzentrierten und intensiven Anstrengung bedarf. Ist die Krise vorbei kann man wieder ruhen.